Auf Kreta sind eine 27-jährige Mutter und ihr 45-jähriger Lebensgefährte zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Gericht sah sie als verantwortlich für den Tod des dreijährigen Angelos vor etwa einem Jahr an. Sie hatten das Kind brutal misshandelt, ihnen wurden keinerlei mindernde Umstände zuerkannt.
Die 27-jährige Mutter des dreijährigen Angelos auf Kreta ist zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe sowie zu weiteren 23 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Gegen ihren 45-jährigen Lebensgefährten verhängte das Gericht ebenfalls eine lebenslange Freiheitsstrafe sowie weitere 24 Jahre und drei Monate Haft.
Das Gericht hat den beiden Verurteilten keinerlei mindernde Umstände zuerkannt. die Staatsanwaltschaft warf den beiden vor, unglaubwürdig zu sein und dass sie das Kind „brutal misshandelt“ hatten. Angeklagt wurden die beiden wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes im Zustand ruhiger Gemütsverfassung, gemeinschaftlich begangener schwerer Körperverletzung mit Vorsatz, Körperverletzung sowie wegen der Gefährdung eines Minderjährigen.
Der biologische Vater des dreijährigen Kindes wurde hingegen freigesprochen. Auch ihm war zunächst vorgeworfen worden, sein Kind in der Vergangenheit misshandelt zu haben.
Eine gerichtsmedizinische Untersuchung hatte festgestellt, dass die Kopfverletzungen des Kindes mit jenen vergleichbar seien, wie sie oft bei schweren Verkehrsunfällen auftreten. Insgesamt wurden 32 Verletzungen an verschiedenen Stellen des Körpers festgestellt. Der Körper des Kindes wies auch Brandverletzungen auf.
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Mutter und Stiefvater versuchten während des Prozesses, sich gegenseitig mit Vorwürfen zu belasten. Sie gaben jedoch auch an, dass das Kind zwei Mal von den Treppen gestürzt sei und sich selbst am Wohnzimmertisch eine Kopfverletzung zugezogen habe. Die Rechtsanwälte der 27-Jährigen verwiesen in der Verteidigung ihrer Mandantin darauf, dass diese einen sehr niedrigen Intelligenzquotienten habe und daher „Schwierigkeiten haben dürfte, Gefahren zu erkennen oder Situationen eigenständig zu bewältigen“.
Der Vorfall hatte sich Ende Januar, Anfang Februar 2025 ereignet. Der dreijährige Angelos lag für etwa eine Woche auf der Intensivstation des Krankenhauses Pagni auf Kreta, wo er mit schweren Verletzungen am ganzen Körper eingeliefert worden war. Die Ärzte im Krankenhaus erklären, dass sie noch niemals solche Verletzungen bei einem so kleinen Kind gesehen hätten; zu vergleichen wären sie etwa mit den Folgen eines schweren Autounfalls. Beobachter sprachen von einer „systematischen Folter“. Seine Großmutter, der kurzfristig das Sorgerecht erteilt wurde, entschied sich dafür, die Organe des Enkels zu spenden. Das Herz des Kindes wurde nach Deutschland überführt.
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(Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)