Ein Rechtsmediziner und ein Toxikologe, beide im Staatsdienst, stehen auf der Insel Kreta unter dem Verdacht, in die Machenschaften der sogenannten „Mafia von Kreta“ verwickelt zu sein.
Den beiden Amtsträgern wird u. a. vorgeworfen, Mitgliedern dieser Organisation gegen entsprechende Gegenleistungen günstige bzw. falsche Gutachten ausgestellt zu haben, um einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen. Der Toxikologe soll mehr oder weniger „auf Bestellung“ toxikologische Gutachten ausgestellt haben. Dadurch sollen die betreffenden Personen eine nachsichtigere Behandlung durch die Polizeibehörden erfahren haben – was wiederum Einfluss auf die Aufklärung wichtiger Fälle gehabt haben soll.
Nach ihrer mehrstündigen Vernehmung, die bis weit nach Mitternacht andauerte, wurden die Verdächtigen unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie mussten eine Kaution von jeweils 20.000 bzw. 30.000 Euro hinterlegen, und gegen sie wurde ein Ausreiseverbot verhängt. Ihre Rechtsanwälte sprachen u. a. von einem „Fiasko“ der Ermittler. Die Vorwürfe gegen ihre Mandanten würden vor Gericht keinen Bestand haben.
Die Ermittlungen hatten im vergangenen August ihren Anfang genommen, nachdem die sogenannte „Mafia von Kreta“ zerschlagen worden war. Insgesamt 90 Personen werden im Zusammenhang mit der Organisation verschiedener Taten beschuldigt. (Griechenland Zeitung / eh)
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