Die „unerwartete“ Egialia (Teil 2)
- Freigegeben in Peloponnes
Zum Hineinfühlen in die „andere Seite“: hier einige Titel aus gestanden Print- und online-Medien, die den letzten Tagen im deutschsprachigen Raum (v. a. Deutschland) zum Thema Griechenland erschienen (1). Darauf folgen Beispiele aus den griechischen Medien zu Deutschland (2).
Während er in Griechenland als großer Retter der Nation gilt, wird er in Deutschland eher etwas argwöhnisch beobachtet: Janis Varoufakis, Griechenlands neuer Finanzminister.
Tausende Griechen sahen offensichtlich keinen Widerspruch darin, bei den Wahlen und bei allen Meinungsumfragen die harte Linie der neuen Linksregierung zu unterstützen und im gleichen Augenblick massenweise ihr Geld von den Bankkonten abzuheben, um es ins Ausland oder unter der Matratze in Sicherheit zu bringen.
„Ich muss hoffen, dass sie es schaffen“
Petros Markaris, der griechische Kriminalschriftsteller, hat nie ein Blatt vor den Mund genommen. Nun fragt er sich, was sein wird, wenn das linke Regierungsbündnis SYRIZA scheitern sollte. Noch sind die Griechen erstaunlich ruhig geblieben angesichts sozialer Zumutungen. Doch die Verzweiflung nimmt zu und die Demagogen haben Hochkonjunktur.
Einen Monat nach der linken Regierungsübernahme beginnen nun erste Proteste in der Öffentlichkeit. Am Donnerstag haben anarchistische und andere linksextreme Gruppierungen im Zentrum Athens gegen die Verlängerung des „Kreditvertrages“, wie das Spar- und Reformprogramm (Memorandum) jetzt genannt wird, demonstriert.
In der nordgriechischen Stadt Kozani wurde am Donnerstag ein Mann zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er in einem örtlichen Krankenhaus eine aus Nigeria stammende Ärztin rassistisch verbal angegriffen hatte. Die Strafe wurde für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt.
Griechenlands Finanzminister Janis Varoufakis hat am Donnerstag und Freitag in zwei Fernsehinterviews versucht, viele offene Fragen zu beantworten. Er vertrat sehr selbstbewusst die Auffassung, dass das Spar- und Reformpaket (Memorandum) tatsächlich abgeschafft worden sei und dass es zu keinem dritten Memorandum kommen werde.
Die griechische Regierung wird in den bevorstehenden vier Monaten „Tag für Tag kämpfen“ um tiefgreifende Reformen durchzusetzen und das Land aus der Finanz- und Wirtschaftskrise zu bugsieren.
ATHEN / ATTIKA
Musik.
Am Freitag, dem 27. Februar, ab 2.30 Uhr.
Ausgewählte Werke von George Gershwin, Darius Millaud und Astor Piazzolla entführen einen auf eine musikalische Reise „Von Lateinamerika bis Paris“. In Zusammenarbeit mit der französischen Botschaft in Athen und dem Französisch Institut spielen das Nationalorchester Athen und Theodoros Kerkezos (Saxophon). Die musikalische Leitung für diese Veranstaltung übernimmt der talentierte Stefanos Tsialis.