GZ-Interview: Griechische Filmwoche in München und das neue Griechische Kino

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GZ-Interview: Griechische Filmwoche in München und das neue Griechische Kino

Bis zum Sonntag, dem 23. November, findet in München die 28. Griechische Filmwoche statt. Begonnen hat sie am vergangenen Freitag. Gezeigt werden mehr als 20 Filme aus Griechenland. Die Griechenland Zeitung sprach mit der Leiterin der griechischen Filmwoche München Amalia Antoniadou.

GZ: Frau Antoniadou, wie ist es vor nunmehr 28 Jahren überhaupt zur Ausrichtung der Griechischen Filmwoche München gekommen?

Antoniadou: Das Ganze hat im Jahr 1986 mit der Idee und der Initiative eines hier lebenden Griechen begonnen. Gleichzeitig war es die Zeit nach dem Sturz der Militärjunta, wo ein niveauvolles griechisches Kino begonnen hat. Wir haben einen Angelopoulos, einen Voulgaris usw.
Diese Initiative gründete anschließend einen Verein, das griechische „Filmforum“, und dieses hat seinerseits dieser Veranstaltung den Namen „Griechische Filmwoche“ gegeben. Am Anfang fand diese Filmwoche in einem sehr kleinen Rahmen statt, und die Zuschauer waren fast nur Griechen. In all diesen 28 Jahren gab es aber sehr große Anstrengungen, wirklich gute Filme zu zeigen, Filme, die kaum in den deutschen Kinos zu sehen waren. Heute sind wir sehr stolz darauf, dass wir nicht nur Griechen als Zuschauer gewonnen haben, sondern dass wir auch sehr viele Deutsche für das griechische Kino sensibilisieren konnten.    

GZ: Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere am neuen griechischen Film?

Antoniadou: In erster Linie muss ich betonen, dass das neue griechische Kino mit Theo Angelopoulos angefangen hat. Er hat es mit seinen berühmten Filmen und seinen Trilogien geprägt. Dann kam Pantelis Voulgaris mit seinem berühmten Film „Steinerne Jahre“. Das kam beim deutschen Publikum sehr gut an. In den vergangenen zehn Jahren bringen wir aber auch Filme junger Regisseure, also neue Produktionen.
Und das Gute dabei ist: Es zeichnet sich eine sehr positive Entwicklung für diese neuen Produktionen ab. Wir sehen dass diese Filme auf internationalen Festivals laufen, sie bekommen dort sogar Preise oder Auszeichnungen und Lob in der Presse.

GZ: Was sind Ihre Beobachtungen, welche Themen bei den griechischen Filme favorisiert das deutsche Publikum?

Antoniadou:  Die neuen Produktionen haben eine unterschiedliche Thematik. Die Regisseure drehen Filme über die Migration und das Ausländerproblem in Griechenland. Aber auch Filme über die derzeitige Krise in Griechenland gibt es eine ganze Menge. Es gibt aber auch Filme, die mit der Geschichte des Landes zu tun haben oder auch mit der sozialpolitischen Lage Griechenlands. Und das kommt vor allem bei den Deutschen sehr gut an. Weil es ein Publikum ist das sich für das Land generell interessiert und nicht nur im touristischen Spektrum: Sie wollen auch wissen was im Land passiert.

Das Interview führte Elisa Hübel, Foto: Griechische Filmwoche München

Weitere Informationen sowie das gesamte Programm erhalten Sie im Internet unter http://www.griechischefilmwoche.de

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