Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung – auch für das GZ-Buch „Im Sternbild der Kykladen“ Tagesthema

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Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung – auch für das GZ-Buch „Im Sternbild der Kykladen“

Michaela Prinzinger, die Übersetzerin der Neuerscheinung aus dem Verlag der Griechenland Zeitung „Im Sternbild der Kykladen“ von Emilios Solomou, wurde vor wenigen Tagen der Österreichische Staatspreis für literarische Übersetzung 2015 zuerkannt. Mit dieser Auszeichnung wird Prinzinger für ihre „Leistung als Übersetzerin literarischer Werke“ insgesamt geehrt. Es ist das erste Mal, dass einer Übersetzerin aus dem Neugriechischen dieser Staatspreis verliehen wird.

„Dieser Preis ist ein kulturpolitisches Signal“, betonte Prinzinger gegenüber der Griechenland Zeitung und fügte hinzu: „Ich freue mich sehr über die Anerkennung meiner Arbeit, aber auch über die Botschaft, die damit für den Kulturaustausch zwischen dem deutschsprachigen und dem griechischsprachigen Raum ausgesendet wird.“ Der Preis verkörpere für sie einerseits einen Ansporn, sich weiterhin für den Transfer zeitgenössischer griechischer Literatur und Kultur einzusetzen, wie sie das als Literaturübersetzerin in Zusammenarbeit mit großen und kleinen Verlagen bereits tue. Andererseits sei die Auszeichnung auch Motivation, „mich noch mehr für unser zweisprachiges Kulturportal diablog.eu, deutsch-griechische Begegnungen, zu engagieren.“ Und auf die Frage der GZ, wie sie ihre Rolle als Übersetzerin verstehe, antwortete Prinzinger: „Wir Übersetzer sind Brückenbauer, wir ermöglichen Völkerverständigung und Kommunikation. In unseren Zeiten ist diese Gabe notwendiger denn je. Es geht um mehr als Ökonomie, es geht um mehr als Geld. Kultur und Literatur sind die Dinge, die unser Leben lebenswert machen.“ Die Verleihung des Österreichischen Staatspreises für literarische Übersetzung wird im Juni kommenden Jahres im Rahmen der Veranstaltungen zum Ingeborg- Bachmann-Preises in Klagenfurt (Kärnten) über die Bühne gehen.
Michaela Prinzinger, geboren in Wien, lebt seit 1990 als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Sie reiste Ende der 1970er Jahre zum ersten Mal nach Griechenland und begeisterte sich für die griechische Sprache und Literatur. In der Folge studierte sie in ihrer Heimatstadt Byzantinistik und Neogräzistik sowie Turkologie. 2000 wandte sie sich der literarischen Übersetzung zu und hat mittlerweile zahlreiche griechische Autorinnen und Autoren wie etwa Rhea Galanaki, Ioanna Karystiani und Petros Markaris für große Belletristikverlage übersetzt.
Für den Verlag der Griechenland Zeitung wird Michaela Prinzinger auch das Buch von Nikos Kazantzakis "In den Palästen von Knossos" übersetzen. Die deutsche Erstausgabe des Buches aus der Feder des berühmten Kreters wird im Herbst kommenden Jahres erscheinen. Kazantzakis beschreibt darin aus der Sicht von jugendlichen „Helden“ das Leben am Hofe des sagenhaften Königs Minos auf Kreta. Zwar wird das Buch als „Historischer Roman für Jugendliche“ bezeichnet, doch die Qualität des Werks spricht eindeutig dafür, dass es ohne Beschränkungen Anklang bei allen Altersgruppen finden wird. Frisch und lebendig erzählt Kazantzakis von Ariadne und Phädra, von Minos und Theseus oder Daedalus und Ikarus. Alle diese Gestalten der griechischen Mythologie werden bei ihm von mythischen Wesen zu Menschen. Gleichzeitig stellt der Autor das Althergebrachte, das Monarchische (Minos), dem neuen, aufstrebenden, freien und demokratischen Athen (Theseus) gegenüber. Ein Werk, das an Aktualität niemals einbüßen wird. (Griechenland Zeitung/rs; Foto: GZjh)

Zum Buch „Im Sternbild der Kykladen“ von Emilios Solomou, aus dem Neugriechischen von Michaela Prinzinger gelangen Sie hier.

 

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