Die legendäre griechische Sängerin Marinella ist am Samstag verstorben. Ihre fast sieben Jahrzehnte währende Karriere prägte die populäre Musik Griechenlands und Zyperns. Von ihren frühen Auftritten bis zum letzten Konzert auf der Bühne des antiken Herodes Atticus Theaters galt sie als eine Ikone der Laiko-Musik.
Die beliebte Laiko-Sängerin Marinella ist am Samstag (28.3.) im Alter von 87 Jahren in ihrem Haus im Athener Vorort Kifissia verstorben. Zuvor hatte sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die auf einen Schlaganfall zurückzuführen waren. Erlitten hatte sie diesen im September 2024 während ihres letzten Auftritts auf der Bühne des antiken Herodes Atticus Theaters, das sich unterhalb der Athener Akropolis befindet. Dieser tragische Vorfall hatte damals in Griechenland für Schlagzeilen gesorgt. Die kirchliche Beerdigungszeremonie wird am Dienstag im engen Familienkreis in der Kapelle des Heiligen Eleftherios durchgeführt, die sich neben der Athener Metropolis-Kirche befindet.
Eine 68-jährige Musikkarriere
Zur Welt gekommen ist Marinella am 19. März 1938 in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki als Kyriaki Papadopoulou. Ihre Familie stammte ursprünglich aus Konstantinopel. Ihre musikalische Karriere spannte sich über einen Zeitraum von 68 Jahren: von 1956 bis 2024. Bereits mit zwölf Jahren wirkte sie in der Werbebranche mit; ab ihrem 17. Lebensjahr spielte sich auch Theater. Nicht zuletzt war sie auch in mehreren griechischen Filmen zu sehen. Besonders berühmt war sie vor allem in Griechenland und Zypern; jedoch konnte sie auch auf eine internationale Karriere zurückblicken.
1974 hatte sie Griechenland mit dem Lied „Krasi, thalassa ke t' agori mou“ („Wein, Meer und mein Liebster“) Griechenland beim Eurovision Song Contest vertreten.
Marinella war zwei Mal verheiratet. Am 7. Mai 1964 heiratete sie den ebenfalls bekannten Sänger Stelios Kazantzidis. Sie zählten zu den wichtigsten Künstlerpaaren ihrer Zeit. In Interviews sprach Marinella von „Liebe auf dem ersten Blick“. Allerdings hielt diese Ehe lediglich zwei Jahre. 1975 heiratete sie Tolis Voskopoulos, ebenfalls ein Sänger. 1981 wurde auch diese Ehe geschieden. Marinella hatte eine Tochter mit dem Geschäftsmann und Reitsportler Freddy Serpieris, zu dem sie eine vierjährige außereheliche Beziehung unterhielt. – Im damaligen Griechenland galt dies als besonders mutig.
Stimme als „Geschenk Gottes“
Zahlreiche Künstler und Politiker verabschiedeten sich von Marinella. So etwa sprach Premierminister Kyriakos Mitsotakis auf den Sozialen Medien von einer „Grand Dame des griechischen Liedes“. Seine Eltern seien besonders große Fans der Künstlerin gewesen. Arbeitsministerin Niki Kerameos konstatierte, dass diese Sängerin ganze Generationen vereint habe. Parlamentspräsident Nikitas Kaklamanis stellte seinerseits fest, dass Marinella in die „Ewigkeit übergeht“.
Der bekannte Sänger Marios Frangoulis sprach von einem „riesigen Verlust“. Die Stimme Marinellas sei ein „Geschenk Gottes“ gewesen, das „die Menschen vereint hat“. Die ebenfalls bekannten Sängerinnen Evridiki und Glykeria beschrieben Marinella als „ein Vorbild, das den Weg gewiesen hat“. Auch die international bekannte Nana Mouschouri meldete sich zu Wort: „Marinella wird niemals aus unserem Leben verloren gehen“. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)