Eine unerwartet hohe Beteiligung kennzeichnete die erste Wahl eines
Parteivorsitzenden in Griechenland durch die Parteibasis. Die
Panhellenische Sozialistische Bewegung PASOK hatte am Sonntag
(8.2.) alle 146.000 Parteimitglieder "sowie Freunde" dazu
aufgerufen, dem einzigen Kandidaten, Außenminister Georgios
Papandreou einen "starken Auftrag" zu erteilen.
Mehr als eine
Million Bürger folgten diesem Appell. Konkret wurden 1.020.145
Stimmen abgegeben, 3.060 davon waren ungültig, 1.017.85 votierten
für Papandreou, das sind fast 99,99 %; gleichzeitig kam damit etwa
1/3 jener Bürger zu den Urnen, die bei den letzten Parlamentswahlen
im April 2000 für die PASOK gestimmt hatten. Durch diese
massenhafte Beteiligung dürften die Sozialisten angesichts der
Wahlen am 7. März punkten. Nach der letzten Umfrage liegen sie 3,7
% hinter den konservativen Herausforderern der ND. Die Opposition
kritisierte das gesamte Verfahren und sprach von einem
"Kommunikationstrick" (ND). Die linken Parteien bezeichneten die
Wahl des neuen PASOK-Präsidenten als "Show" oder "Parodie". Der
sichtlich von den mehr als einer Million Stimmen erfreute
Papandreou nannte den gestrigen Sonntag hingegen ein "Fest des
Bürgers".