Von einem griechischen „Watergate\" sprechen viele Medien des
Landes seit gestern in Athen. Bis zum März 2005 wurden etwa 100
Handys von Spitzenpolitikern, Journalisten und Bürgern abgehört.
Unter den abgehörten Personen befanden sich sowohl Premier Kostas
Karamanlis als auch Außenminister Petros Molyviatis, der Minister
für öffentliche Ordnung, Jorgos Voulgarakis, Verteidigungsminister
Spilios Spiliotopoulos und andere Regierungsmitglieder. Selbst
Athens Bürgermeisterin Dora Bakojanni befand sich unter den
Abhör-Opfern. Die Spionageaktion lief über einen privaten
Mobilfunkbetreiber in Athen.
Bemerkt worden war dies bereits im
März letzten Jahres. Daraufhin beauftragte die Regierung die Justiz
mit einer Voruntersuchung. In der Öffentlichkeit wurde bis gestern
nichts über den Vorfall bekannt.
Nachdem die Tageszeitung „Ta Nea\" in ihrer gestrigen Ausgabe
über die Vorfall berichtet hatte, beriefen Regierungssprecher
Thodoros Roussopoulos, sowie der Minister für öffentliche Ordnung,
Voulgarakis und Justizminister Papaligouras gestern Mittag eine
Pressekonferenz ein. Demzufolge soll die Abhöraktion durch
„unbekannten Personen\" bereits vor den Olympischen Spielen im
Sommer 2004 begonnen haben. Als der Vorfall im März 2005 bekannt
wurde, erstattete man Anzeige gegen unbekannt.