Griechenland / Athen. Zu scharfen verbalen Auseinandersetzungen kam
es während einer Parlamentsdebatte am Mittwoch. Die
Parlamentssitzung, die der Entwicklung der Provinz gewidmet war,
nutzte die große Oppositionspartei PASOK, um den jüngsten
Abhörskandal erneut zur Sprache zu bringen. PASOK-Präsident Jorgos
Papandreou brachte zum Ausdruck, dass die Bürger „Unsicherheit in
Bezug auf ihre demokratischen Rechte\" fühlen würden. Die
Verantwortung für den griechischen Geheimdienst EYP, so stellte
Papandreou klar, trage die Regierung: „Es wurden keine klaren
Antworten über die Möglichkeiten, die Funktionsweise und die
Aktivitäten des EYP gegeben.
\" Er deutete an, dass die Regierung
das illegale Abhören von Telefonen bewusst übersehen habe. Dem
früheren Minister für öffentliche Ordnung, Jorgos Voulgarakis, warf
Papandreou „Kraftmeierei\" vor. Premier Kostas Karamanlis reagierte
postwendend und forderte den PASOK-Präsidenten dazu auf, dem
Beispiel der Regierung zu folgen, und der Justiz alle verfügbaren
Beweise zur Verfügung zu stellen. Papandreou, so die
Schlussfolgerung des Premiers, verfüge aber über keinerlei Beweise.
Es fehle der PASOK an einer seriösen Politik, deshalb versuche man
permanent, in die Kiste der Kommunikationstricks zu greifen.