Griechenland / Athen. Politische Breitseiten von Rechts werden in
den letzten Tagen gegen die Linksallianz Synaspismos (SYN)
abgefeuert. Stimmen aus der Regierungspartei Nea Dimokratia und der
nicht im Parlament vertretenen, rechtspopulistischen LAOS
beschuldigen den SYN, mit den vermummten Autonomen unter einer
Decke zu stecken. Außenministerin Dora Bakojanni kommentierte in
einem Interview mit der Sonntagszeitung „Ethnos tis Kyriakis", dass
es nur zwei Möglichkeiten gebe: Entwder man verurteile das
Verhalten der Autonomen oder man verurteile es nicht. „Ein bisschen
schwanger", so Bakojanni, „gibt es nicht".
Die ND-Funktionärin
Katerina Papakosta bezeichnete die Linksallianz als
„selbsternannten Verteidiger" der Autonomen. Auch der Minister für
Öffentliche Ordnung, Vyron Polydoras, hatte vor einigen Tagen den
Synaspismos in Verbindung mit den Autonomen genannt. Der Präsident
der LAOS und Europarlamentarier Jorgos Karatzaferis rief die
Öffentlichkeit auf, sich „gegen den Synaspismos, die Anarchie und
die Waffenträgerei zu vereinigen". Der Vorsitzende der
Linksallianz, Alekos Alavanos, erklärte in einem Interview mit
Ethnos tis Kyriakis, dass seine Partei „vollkommene Distanz zu
Gewalttaten" halte. Das SYN-Mitglied Dimitris Stratoulis warf
Karatzaferis vor, dass dieser die LAOS zu einem „Treibhaus der
faschistischen Organisation Chrysi Avgi und ihrer kriminellen
Ableger" gemacht habe. Stratoulis vertrat die Meinung, dass sich
Minister Polydoras und LAOS-Chef Karatzaferis mit ihren Äußerungen
gegen die Linksallianz um rechtsextreme Wähler bemühen würden. Die
LAOS-Partei liegt in Meinungsumfragen bei etwa 4 Prozent. Ein
entsprechendes Ergebnis bei den kommenden Wahlen würde den
Rechtspopulisten den Einzug ins Parlament sichern.