Griechenland / Athen. In Lagonissi bei Athen beenden heute die
Bildungsminister der OSZE-Staaten ihre zweitägige Tagung zum Thema
„Rolle und Qualität der Hochschulbildung\". Eröffnet worden war der
Kongress am gestrigen Dienstag von Bildungsministerin Marietta
Giannakou. Damit es zu keinen Zwischenfällen mit Demonstranten
kommt, hat die Polizei das Kongressgelände weiträumig abgesperrt;
die Straße zwischen Athen und Sounion wurde zwischen dem 39. und
42.
Kilometer auf beiden Fahrspuren gesperrt. Für den heutigen
Mittwoch haben Studenten in der Nähe des Hotels, in dem die
Kongressteilnehmer untergebracht sind, eine Protestkundgebung
angekündigt.
Bereits gestern hatten die Studenten im Athener Zentrum eine Kundgebung durchgeführt, am Rande war es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Vier Studenten und mehrere Journalisten wurden dabei verletzt. Die Oppositionsparteien PASOK, KKE und SYN kritisierten das Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten, wobei auch Tränengas zum Einsatz kam. Seitens der Regierung wurden diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Polizei ordnete eine Untersuchung des Vorgehens der Bereitschaftspolizei MAT an.
Für den morgigen Donnerstag haben die Studenten anlässlich der
Parlamentsdebatte über den Artikel 16 der Verfassung, der die
Schaffung nicht staatlicher Hochschulen ermöglichen soll, eine
abermalige Protestaktion vor dem Parlament geplant.