Griechenland / Athen. Die Geißel des Drogenkonsums betrifft die
gesamte Gesellschaft und alle tragen einen Teil der Verantwortung.
Das erklärte Staatspräsident Karolos Papoulias anlässlich des
heutigen Anti-Drogen-Tages. Geschürt werde der Drogenkonsum durch
Phänomene wie die Arbeitslosigkeit, das Fehlen grundlegender Werte
und Egozentrismus – was in allen Schichten der Gesellschaft zu
beobachten sei. Man dürfe das Phänomen der Drogenabhängigkeit nicht
stigmatisieren, vielmehr müsse sich die Gesellschaft den
Betroffenen gegenüber solidarisch zeigen und ihnen unterstützend
unter die Arme greifen.
Gesundheitsminister Dimitris Avramopoulos
wies darauf hin, dass das Phänomen des Drogenkonsums die nationalen
Grenzen überschreite. Der in der großen Oppositionspartei PASOK für
Beschäftigung und Gesundheit zuständige M. Skoulakis sprach
angesichts des Internationalen Anti-Drogen-Tages von einer
„weltweiten Chance", um die Aktivitäten der einzelnen Staaten zu
koordinieren, um den zunehmenden Drogenkonsum einzudämmen. Aus den
Reihen der Kommunistischen Partei Griechenlands hieß es, dass die
Drogen das Charakteristikum eine nach kapitalistischen Gesetzen
funktionierenden Gesellschaft seien. Die Linksallianz SYN sprach
unter anderem von fehlenden Therapiemöglichkeiten für die
Betroffenen. Der Regierung warf die Linksallianz vor, dass sie die
kostenlose Betreuung der Drogensüchtige vernachlässige.