Griechisch-Österreichische Beziehungen wieder auf Kurs Tagesthema

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Griechisch-Österreichische Beziehungen wieder auf Kurs

Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias hat am Mittwoch der Republik Österreich einen offiziellen Besuch abgestattet. Hier hat er sich mit seinem Amtskollegen Sebastian Kurz sowie dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer getroffen. Ziel ist es gewesen, die Beziehungen zwischen Hellas und der Alpenrepublik wieder zu normalisieren. Ins Schwanken geraten waren diese im Februar. Damals hatte sich Österreich gemeinsam mit anderen Balkanländern dazu entschlossen, die „Balkanroute“ zu schließen. Letztere wurde von vielen Flüchtlingen und Immigranten, die von Griechenland aus nach West- und Nordeuropa gelangen wollten, benutzt. In Folge der erfolgten Grenzschließung stecken nun mehr als  40.000 Flüchtlinge und Immigranten in Griechenland fest. Athen war besonders aufgebracht, weil man die griechische Seite zu den entscheidenden Unterredungen in Wien nicht eingeladen hatte.

Außenminister Kotzias hatte darauf die griechische Botschafterin Chrysoula Aliferi zurück nach Athen beordert. Am Mittwoch hat sie Kotzias auf dessen Reise nach Wien begleitet, um wieder ihr Amt weiterzuführen. Kurz zeigte sich angesichts dieser Entwicklung erfreut. Doch er deutete auch an, dass sich die Position Österreichs in der Gesamtfrage nicht verändert habe. Vielmehr zeigte er sich zufrieden darüber, dass der Flüchtlingsstrom in den letzten Monaten zurückgegangen ist. Dies liege aber einerseits an der Schließung der Balkanroute sowie am getroffenen Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei.
Kotzias erinnerte daran, dass die Flüchtlinge aus einem Krieg und vor Problemen in ihren Ländern fliehen. Er habe bereits vor einem Jahr und noch vor dem Anschwellen der Flüchtlingswelle vor einem solchen Szenario gewarnt.
Kotzias ist anschließend weiter in die Slowakei gereist. In Bratislava steht heute (12.5.) ein Treffen mit dem slowakischen Präsidenten Andrej Kiska auf der Tagesordnung. Am Freitag wird Kotzias Unterredungen mit seinem Amtskollegen Miroslav Lajčák führen. Letzterer hat immer wieder erklärt, dass die Lösung der Flüchtlingskrise für die slowakische EU-Ratspräsidentschaft Priorität haben werde. Bratislava übernimmt diese Aufgabe für das zweite Halbjahr 2016. Lajčák hatte bereits im April Athen einen offiziellen Besuch abgestattet.

Elisa Hübel

Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Außenminister Nikos Kotzias.

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