Kooperation Athen-Sofia: Baustein für ein sicheres Europa

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Kooperation Athen-Sofia: Baustein für ein sicheres Europa

Ministerpräsident Alexis Tsipras (SYRIZA) reist am kommenden Montag (1. August) zu einem offiziellen Besuch nach Sofia. Anlass ist der dritte Hochrangige Kooperationsrat zwischen Griechenland und Bulgarien, an dem sich auch die beiden Regierungsoberhäupter Tsipras und Bojko Borissow beteiligen werden.
Verteidigungsminister Panos Kammenos ist bereits am gestrigen Dienstag in der bulgarischen Hauptstadt eingetroffen. Er ist als Vorsitzender der rechtspopulistischen ANEL gleichzeitig auch Koalitionspartner von SYRIZA. Er hat sich bereits mit seinem bulgarischen Amtskollegen Nikolaj Nentschew getroffen. Gemeinsam haben sie eine Konferenz eröffnet, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit der griechischen und bulgarischen Verteidigungsindustrie thematisiert.

In seiner Rede erklärte Kammenos, dass Griechenland und Bulgarien gemeinsam mit Zypern im Süden und Rumänien im Norden „die Grenze zwischen dem Westen und dem Osten“ bilden würden. Eine gute Kooperation dieser Länder sei ein Baustein für ein sichereres Europa.
Wie aus dem griechischen Außenministerium verlautbart wurde, unterhalten Athen und Sofia bereits seit 1880 diplomatische Beziehungen. Die beiden Länder sind heute Partner und Verbündete in der EU und in der NATO. Gleichzeitig habe Griechenland den Beitritt Bulgariens zu beiden Gremien unterstützt. Griechenland setzt sich auch für einen Beitritt Sofias zum Abkommen von Schengen ein.
Es handelt sich bereits um den dritten Kooperationsrat zwischen beiden Staaten. Der erste hat im Juli 2010 stattgefunden und der zweite im Dezember 2012. In Bulgarien leben dem griechischen Außenministerium zufolge 28.500 Menschen, die in einen mehr oder weniger engen Bezug zu Griechenland haben. Darunter sind 15.000 Karakatschanen (ein früheres Nomadenvolk), 2.500 frühere politische Flüchtlinge sowie 8.000 alteingesessene Griechen. Außerdem studieren im Nachbarland 2.000 Studenten und es haben sich dort 1.000 Unternehmer niedergelassen – in vielen Fällen gemeinsam mit ihren Familien.  

Elisa Hübel

Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den griechischen Verteidigungsminister Panos Kammenos am Dienstag zum Auftakt seines Besuches in Sofia.

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