55 LKWs mit Hilfsgütern aus Deutschland für Flüchtlinge in Griechenland Tagesthema

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Das Foto (© GZ / Jonas Rogge) zeigt Jorgos Koumoutsakos und Dr. Ernst Reichel bei der Pressekonferenz anlässlich der Hilfslieferung. Das Foto (© GZ / Jonas Rogge) zeigt Jorgos Koumoutsakos und Dr. Ernst Reichel bei der Pressekonferenz anlässlich der Hilfslieferung.

Eine große Ladung Hilfsgüter aus Deutschland erreichte in dieser Woche Attika. Bestimmt sind sie für die Ausstattung von Flüchtlingslagern. Insgesamt 55 LKWs trafen auf einem Flugplatz im Norden Athens ein, von dort sollen diese Güter mit einem Warenwert von 1,56 Mio. Euro auf verschiedene Einrichtungen verteilt werden. Konkret handelt es sich um Betten, Matratzen, Decken, Laken, Kopfkissen etc., die für bis zu 10.000 Geflüchtete vorgesehen sind.

In der Hauptstadt wurde die materielle Unterstützung am Dienstag (10.12) vom Generalsekretär des Bürgerschutzministeriums und Migrationsbeauftragten Jorgos Koumoutsakos in Empfang genommen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Botschafter Dr. Ernst Reichel wies er darauf hin, dass sich hier „konkrete Ergebnisse“ der Zusammenarbeit mit Deutschland zeigten.
Dr. Ernst Reichel erklärte, dass diese Lieferung von Hilfsgütern eine „kurzfristige Hilfe“ sei, die im Kontext einer „langfristigen Kooperation“ mit Griechenland stehe. Zudem stellte er einen direkten Zusammenhang zwischen der aktuellen Lieferung und dem Athen-Besuch des deutschen Innenministers Horst Seehofer im Oktober dieses Jahres fest.


Angespanntes Verhältnis zur Türkei

Auch das Verhältnis zur Türkei kam in der kurzen Pressekonferenz zur Sprache. Dieses ist derzeit angespannt, vor allem vor dem Hintergrund eines Abkommens zwischen der Türkei und Libyen, das eine Seegrenze zwischen den beiden Ländern veranschlagt und dabei die Souveränität griechischer Inseln übergeht, was ein Verstoß gegen geltendes Völkerrecht ist. Der deutsche Botschafter erklärte, dass Griechenland in dieser Angelegenheit die „volle europäische Solidarität“ Deutschlands genieße. Darüber hinaus müsse man die Thematik der Seegrenzen aber von der Asylpolitik trennen. Im Hinblick auf die Bewältigung der Migrationsbewegungen sollte die Kooperation fortgeführt werden, „wir wollen, dass das Abkommen mit der Türkei weiter funktioniert“, so Reichel.
Der griechische Migrationsbeauftragte teilte diese Auffassung nicht uneingeschränkt. Die Migrations- und Grenzpolitik Ankaras sei in eine übergeordnete geopolitische Strategie eingebunden. Hinsichtlich der Funktionalität des sogenannten Flüchtlingsabkommens zeigte sich Koumoutsakos zudem kritisch: „Wir würden uns eine bessere Zusammenarbeit der Behörden wünschen. Die türkische Seite bleibt aber hinter ihren Möglichkeiten zurück.“
(Griechenland Zeitung / Jonas Rogge)

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