Nikosia. Von Demonstrationen, Protesten und Zwischenfällen war der
Besuch des britischen Außenministers Jack Straw am Mittwoch auf
Zypern gekennzeichnet. Hunderte aufgebrachte griechische Zyprioten
gingen auf die Straßen und brachten ihren Unmut zum Ausdruck. Straw
wurde aufgefordert, nach Großbritannien zurück zu gehen. Vor dem
Außenministerium, wo sich viele Demonstranten bei strömendem Regen
versammelt hatten, wurde ein Teilnehmer von einem Auto des
britischen Konvois verletzt.
Der Demonstrant musste ins Krankenhaus
eingeliefert werden, konnte aber nach kurzer Behandlung wieder
entlassen werden.
Anlass für die Demonstration war das Beharren des britischen Außenministers, in den von türkischen Truppen besetzten Norden zu fahren und sich dort mit dem Führer der türkischen Zyprioten, Mehmet Ali Talat, im so genannten „Präsidentenpalais" zu treffen.
Anlass für die Demonstration war das Beharren des britischen Außenministers, in den von türkischen Truppen besetzten Norden zu fahren und sich dort mit dem Führer der türkischen Zyprioten, Mehmet Ali Talat, im so genannten „Präsidentenpalais" zu treffen.
Das Treffen von Straw und Talat im „Präsidentenpalais" war auch
der Grund, dass sich Zypernpräsident Tassos Papadopoulos
weigerte, den britischen Außenminister zu empfangen, der sich
auf ein Treffen mit seinem Amtskollegen Jorgos Jakovou beschränkte.
Iakovou machte gegenüber Straw zum ersten Mal den Vorschlag,
hinsichtlich der Rolle Großbritanniens auf Zypern als Garantiemacht
gemeinsam vor den Internationalen Gerichtshof von den Haag zu
gehen. Dieser Vorschlag verweist indirekt auch auf die Frage der
weiteren Präsenz der britischen Militärbasen auf Zypern.