Griechenland / Athen. Herzlich empfangen wurde Außenministerin Dora
Bakojanni gestern Abend von ihrer amerikanischen Amtskollegen
Condoleezza Rice in Washington. Während der halbstündigen Begegnung
nahm Rice mit Genugtuung eine offizielle Einladung nach Athen an.
Sie erklärte während des Gespräches, dass Griechenland ein
„strategischer Partner" der USA sei. Beide Seiten seien sich darin
einig, viele internationale Probleme gemeinsam zu lösen.
Dies hieße
aber nicht, dass man in allen Fragen vorbehaltlos übereinstimme.
Nach Ansicht der US-Außenministerin seien die traditionell guten
Beziehungen Griechenlands zur arabischen Welt von Vorteil, um den
Frieden in der Region voran zu bringen. Bakojanni brachte
ihrerseits die Lage auf dem westlichen Balkan zur Sprache, dessen
Zukunft in Europa liege. Für eine dauerhafte Lösung des Problems im
Kosovo müssten die Meinungen aller involvierten Parteien
berücksichtigt werden. Außerdem unterstrich Bakojanni die
Notwendigkeit für eine Lösung des Zypernproblems. Diese müsse auf
den entsprechenden Beschlüssen des UNO-Sicherheitsrates basieren.
Rice erklärte dazu, dass eine Wiedervereinigung der Insel Zypern
auf der Basis demokratischer Werte erfolgen müsse. Zur Sprache
kamen während des Gespräches auch die griechisch-türkischen
Beziehungen. Rice konstatierte seit den Erdbeben im Jahre 1999, wo
sich beide Länder gegenseitig Hilfe leisteten, eine Verbesserung
der bilateralen Beziehungen. Die US-Außenministerin wies außerdem
darauf hin, dass sich ihre Regierung intensiv für eine
Wiedereröffnung der orthodoxen Religionsschule auf der Insel Chalki
einsetze. Die Frage des Terrorismus, so Bakojanni gegenüber
Journalisten, sei während des Gespräches mit Rice nicht
angesprochen worden.