Es war ein Stück Militärgeschichte in Friedenszeiten: Im Hafen von Salamina legte am Donnerstag ein neues, hochmodernes Schiff der griechische Marine an. Es handelt sich um eine Fregatte der Belharra-Klasse, die in Frankreich produziert wurde.
Getauft wurde sie auf den Namen „Kimon“; es ist nach knapp 30 Jahren die erste neue Fregatte für die Kriegsmarine, deren Schlagkraft damit deutlich erhöht wird. Namensgeber des Schiffes ist Kimon, ein erfolgreicher Politiker und Feldherr der Antike (510 v. Chr.-449 v. Chr.), der u. a. auch ehrgeizige Flottenprojekte in die Tat umsetzte.
Anwesende beim Einlaufen des Schiffes waren Staatspräsident Konstantinos Tassoulas, Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis und Verteidigungsminister Nikos Dendias sowie hochrangige Vertreter des Generalstabes. Der Kimon werden noch drei weitere Fregatten der gleichen Bauart folgen, sie tragen die ebenfalls geschichtsträchtigen Namen aus der griechischen Antike: Nearchos, Phormion und Themistoklis.
Tassoulas kommentierte die Ankunft der Kimon mit den Worten, dass Griechenland dadurch gestärkt werde. Das gelte „sowohl moralisch als auch praktisch“. Es handle sich um ein „Schiff der sechsten Generation“, durch das die Verteidigungskraft des Landes deutlich erhöht werde.
Ministerpräsident Mitsotakis sprach von einem weiteren Kettenglied im Rahmen der permanenten Bemühungen, die Streitkräfte des Landes zu modernisieren. Zu Wort meldete sich auch Verteidigungsminister Nikos Dendias. Er vertrat die Einschätzung, dass es sich bei der „Kimon“ und den anderen drei noch erwarteten Schiffen dieser Bauart um die „stärksten Fregatten des Planeten“ handle. Dies sei „keine Übertreibung“. Gegenüber dem privaten TV-Sender ANT1 sagte er, dass man damit in eine „Epoche unendlicher Möglichkeiten“ eintrete.
Alle vier Schiffe der Belharra-Klasse werden mit mehr als 150 verschiedenen Waffensystemen ausgestattet. Militärberichterstatter wiesen darauf hin, dass ihr Radarsystem Ziele in einer Entfernung von bis zu 500 Kilometern erkennen und dass man zudem mehr als 80 Ziele gleichzeitig ins Visier nehmen könne. Mit dem dazugehörigen Raketensystem könne man im Prinzip den gesamten griechischen Luftraum vor feindlichen Flugzeugen schützen. Feindliche U-Boote könnten auf eine Entfernung von 100 Kilometern geortet werden. – Griechenland ist der erste Exportkunde dieser für die französische Marine entwickelten Fregatten. Die Maschinenleistung dieser 122 Meter langen und 18 Meter breiten Schiffe liegt bei rund 43.500 PS, sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 27 Knoten, was in etwa 50 Stundenkilometern entspricht. (Griechenland Zeitung / Jan Hübel)