Der weltweit agierende US-Energiekonzern Chevron erhält exklusive Explorationsrechte für Kohlenwasserstoffe südlich der Peloponnes und Kretas. Griechenland unterzeichnete die Verträge als Gastgeberland und sieht darin einen strategischen Meilenstein, der Investitionen, Arbeitsplätze und die Energiesicherheit des Landes sowie Europas fördern soll.
Griechenland begrüßt „auch offiziell den US-Energiekonzern Chevron“ und baut seine geostrategische Stellung in der Region aus. Das erklärte am Montag (16.2.) Premierminister Kyriakos Mitsotakis während der Unterzeichnung von Verträgen zwischen dem griechischen Staat und einem Konsortium, das sich aus Chevron und Helleniq Energy zusammensetzt. Bei den darin getroffenen Vereinbarungen handelt es sich um die Vergabe exklusiver Rechte zur Exploration und Förderung von Kohlenwasserstoffen in Meeresgebieten südlich der Peloponnes und Kretas.
Meilenstein für Energiesicherheit
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kommentierte die Vertragsunterzeichnung mit den Worten, dass sein Land dadurch „zu einem Knotenpunkt für alternative Energien“ werde. Er betonte, dass „Investitionen in LNG-Infrastruktur, Pipelines und Umwandlungsanlagen in Verbindung mit der europäischen Strategie zur Verringerung der Abhängigkeit von russischem Gas“ stünden. Vor allem aber würden dadurch „neue geopolitische und wirtschaftliche Chancen eröffnet“.
Der Minister für Umwelt und Energie Stavros Papastavrou sprach von einem „strategischen Meilenstein“ und zeigte sich zuversichtlich, dass sich dieser Schritt als „historisch für die Energiepolitik und die Energiesicherheit Griechenlands erweisen“ werde. Dies betreffe auch die Energiesicherheit Europas insgesamt.
„Mit diesen Vereinbarungen entwickelt sich Griechenland faktisch zu einem Energie-Drehkreuz für Europa“, konstatierte Regierungssprecher Pavlos Marinakis. „Zugleich stärkt das Land seine Energiesicherheit und schafft günstige Voraussetzungen für neue Investitionen, zusätzliche wettbewerbsfähige Arbeitsplätze sowie deutlich steigende Staatseinnahmen“, so der Sprecher, der im Kabinett von Mitsotakis als Staatssekretär beim Premierminister fungiert.
Politisch brisant ist vor allem die Tatsache, dass Chevron durch diese Vereinbarung die ausschließlichen Rechte Griechenlands in der Region anerkannt werden. Dies schließt auch die griechischen Inseln ein. Ihnen wird somit das Recht auf eine Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) zuerkannt. Die Festlegung der AWZ war bisher von türkischer Seite immer wieder torpediert worden. Die vier nun für Explorationszwecke vergebenen Gebiete umfassen eine Gesamtfläche von 47.000 Quadratkilometern. Die notwendigen seismischen Untersuchungen sollen noch vor Jahresende beginnen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)