Krankenhausärzte in Griechenland legen am Mittwoch landesweit die Arbeit nieder. Sie protestieren für die Einstellung von zusätzlichem Personal, für höhere Gehälter und bessere Ausstattung von Krankenhäusern. Gleichzeitig demonstrieren Rentner für höhere Renten und bessere medizinische Betreuung. Auch Taxifahrer gehen auf die Barrikaden: Sie beginnen einen Dauerstreik.
Ärzte, die an staatlichen Krankenhäusern beschäftigt sind, treten am Mittwoch (18.3.) landesweit in einen ganztägigen Ausstand. Außerdem demonstrieren sie an diesem Tag vor dem Gesundheitsministerium in Athen, anschließend wollen sie bis vor das Wirtschaftsministerium marschieren. Am Donnerstag legt das übrige Krankenhauspersonal die Arbeit nieder.
Die Streikenden fordern u. a. die Einstellung von Personal und Gehaltserhöhungen. Außerdem erklären sie, dass Griechenland im Jahr 2019 über 450 Betten auf Intensivstationen verfügt hatte. Nach Ende der Covid-19-Pandemie standen im griechischen Gesundheitssystem mehr als 1.250 solcher Betten zur Verfügung; heute seien davon nur mehr 850 in Betrieb. Weiterhin heißt es, dass es 2019 in Griechenland 800 Operationssäle gegeben habe, von denen 450 in Betrieb waren. Am Ende der Pandemie sei die Zahl der Operationssäle auf 1.000 gestiegen, von denen nahezu alle entweder für Operationen oder zur Unterbringung von intubierten Patienten genutzt seien. Jetzt seien nur noch 600 davon in Betrieb. Die Gewerkschafter befürchten, dass Operationen in Griechenland schon bald für die Patienten nicht mehr kostenlos durchgeführt werden können.
Am Freitag demonstrieren in Athen auch Mitglieder von Rentnerverbänden. Um 12 Uhr mittags führen sie eine Demonstration vor dem Parlament am Syntagma-Platz durch, es folgt ein Protestmarsch bis vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten, dem Megaron Maximou. Auf dem Forderungskatalog stehen u. a. Rentenerhöhungen, die Auszahlung einer 13. und 14. Rente, die Gründung staatlicher Altersheime und die Einstellung von Pflege- und ärztlichem Personal.
Unterdessen treten bereits am Dienstag Taxifahrer in einen Dauerstreik. Sie demonstrieren gegen eine Gesetzesnovelle des Transportministeriums. Darin ist unter anderem vorgesehen, dass Taxis, die stillgelegt werden, nur noch durch E-Autos ersetzt werden dürfen. Außerdem soll es verschiedenen privaten Unternehmen erleichtert werden, in die Taxibranche einzusteigen – bisher waren die entsprechenden Lizenzen streng reglementiert. Protestaktionen an Flughäfen und Häfen werden nicht ausgeschlossen. (Griechenland Zeitung / eh)