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„Sehr zufriedenstellendes Niveau“ – Offizieller Besuch von Außenminister Gerapetritis in Berlin Tagesthema

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Griechenlands Außenminister Gerapetritis befindet sich am Dienstag zu einem offiziellen Besuch in Berlin. Hier hat er sich u. a. mit seinem Amtskollegen Wadephul getroffen. Im Mittelpunkt des Gespräches standen vor allem die Lage im Nahen Osten und die Vertiefung der bilateralen Beziehungen.

„Unsere beiden Regierungschefs haben ein sehr enges Verhältnis, und wir wollen es jetzt vertiefen.“ Das sagte am Dienstag (17.3.) der deutsche Außenminister Johann Wadephul während eines Treffens mit seinem griechischen Amtskollegen Jorgos Gerapetritis in Berlin. Letzterer erwiderte: „Die Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland befinden sich derzeit auf einem sehr zufriedenstellenden Niveau.“

Keine Kriegsbeteiligung
Gerapetritis erklärte weiterhin, dass beide Seiten einen Appell an alle Beteiligten richten, die Lage im Nahen Osten umgehend zu deeskalieren und eine Lösung auf diplomatischem Wege zu finden. „Wir fordern alle auf, die notwendige Zurückhaltung zu zeigen, um eine weitere regionale Eskalation zu verhindern“, so der Besucher aus Athen. Thematisiert wurde auch die Lage auf Zypern: „Unsere Unterstützung für Zypern ist durch unsere militärische Hilfe konkret und greifbar.“ Außerdem erklärte er, dass Griechenland „als Nation der Seefahrt“ der „Freiheit der Schifffahrt besondere Bedeutung beimisst“.
Zusätzlich betonte er, dass Griechenland nicht beabsichtige, sich an dem Krieg zu beteiligen, und Angriffe auf griechische Handelsschiffe aufs Schärfste verurteile. „Die Vorfälle im Schwarzen Meer gefährden die Sicherheit der Besatzungen; zugleich werfen Angriffe im Mittelmeer ein äußerst ernstes ökologisches Problem auf und bergen die Gefahr einer drohenden Umweltkatastrophe“, so der Außenminister.
In diesem Sinne stellte er fest: „Die Europäische Union steht vor beispiellosen Herausforderungen und muss diesen gerecht werden. Die Rolle Deutschlands als große europäische Macht ist dabei von entscheidender Bedeutung.“ Zugleich betonte Gerapetritis auch: „Von wichtigen Partnern und Verbündeten wie Deutschland erwartet Athen Solidarität und Verständnis für die sensiblen Gleichgewichte im östlichen Mittelmeerraum.“

Deutsch-griechische Partnerschaft
Mit Blick auf die Beziehungen zwischen den Bevölkerungen beider Länder verwies er auf „den tiefgreifenden Einfluss der klassischen Bildung und Literatur auf die Entwicklung der deutschen Philosophie und Kultur, ebenso wie auf den bedeutenden Beitrag deutscher Wissenschaftler zur Erforschung und Vermittlung der antiken griechischen Zivilisation“. Hinzu kämen „die Ausbildung vieler Griechen an deutschen Universitäten sowie Tausende von Landsleuten, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben und dort erfolgreich sind.“ Nicht zuletzt hob er auch „die konstant hohe Zahl deutscher Besucher in Griechenland“ hervor. Vor diesem Hintergrund erinnerte Gerapetritis, dass das Gebäude, in dem das griechische Außenministerium untergebracht ist, von einem deutschen Architekten entworfen wurde: Ernst Ziller (1837–1923).
Weitere Themen engerer Kooperation zwischen Athen und Berlin betreffen die Wirtschaft, den Handel, Investitionen, erneuerbare Energien sowie Migration, erklärte der griechische Minister. Vor allem betonte er, dass die Migrationsfrage eine Herausforderung darstelle, „die wir gemeinsam bewältigen müssen, da sie nationale Grenzen überschreitet“. Er fasste zusammen: „Der wirksame Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union und die Steuerung der Migrationsbewegungen müssen gemeinsame Priorität sein.“
Abschließend lud Gerapetritis seinen Amtskollegen zu einem offiziellen Besuch nach Athen ein. In Berlin steht weiterhin ein Treffen mit dem Berichterstatter für Griechenland im Auswärtigen Ausschuss der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Rachel, auf dem Programm. Außerdem wird sich Gerapetritis an einem Gespräch der Bertelsmann Stiftung beteiligen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

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