Am Mittwoch der Karwoche (8. April) hat Premierminister Mitsotakis die endgültige Entscheidung für ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Minderjährige unter 15 Jahren bekanntgegeben. Das Gesetz soll im Sommer vom Parlament verabschiedet werden und wird ab 1. Januar 2027 in Kraft treten. Damit sollen „digitale Sucht“ bekämpft und „das psychische Gleichgewicht junger Menschen“ geschützt werden.
Betroffen sind die Kanäle TikTok, Facebook, Instagram und Snapchat. Messaging-Plattformen wie etwa WhatsApp können von Jugendlichen weiterhin genutzt werden. Die Plattformen sollen dazu verpflichtet werden, zuverlässige Altersverifizierungsmechanismen zu erstellen und sicherzustellen, dass ihre Angebote von Jugendlichen unter 15-Jahren nicht genutzt werden. Jugendliche, die noch keine Konten auf diesen Plattformen haben, werden im Falle einer Kontoeröffnung entsprechende Dokumente einreichen müssen, aus denen ihr Alter klar hervorgeht. Ein wichtiges Tool ist dabei die Internetplattform kidswallet.gov.gr, die von der Regierung eigens zu diesem Zweck eingerichtet wurde. Jene Minderjährigen, die bereits ein Konto bei den betreffenden Sozialmediakanälen haben, müssen dort im Nachhinein entsprechende Verifizierungsunterlagen einreichen; im Zweifelsfall werden die Konten gesperrt.
Sollten die die betreffenden Firmen dieser Gesetzgebung nicht nachkommen, müssten sie mit Strafgeldern rechnen, die bis zu sechs Prozent ihres weltweiten Umsatzes betragen können, erklärte der Minister für Digitalverwaltung Dimitris Papastergiou.
Laut Statistiken gaben 23 Prozent der Fünfzehnjährigen in Griechenland an, sich „unsicher oder gereizt“ zu fühlen, sobald sie keinen Zugang zu ihrem Mobiltelefon haben, teilte Gesundheitsminister Akis Skertsos mit. Das sei das erste Anzeichen einer aufkommenden Sucht. Die vorgenommene Intervention sei also keineswegs bestrafenden, sondern gesundheitsoptimierend bis hin zu lebensrettend. (Griechenland Zeitung / gls)