Login RSS

Griechenlands Ex-Premier Tsipras bleibt weiter im politischen Gespräch

  • geschrieben von 
Griechenlands Ex-Premier Tsipras bleibt weiter im politischen Gespräch Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den früheren Premierminister Alexis Tsipras am Mittwochabend (29.4.) bei einer Buchvorstellung in Heraklion (Kreta).

Schwere Geschütze fuhr der frühere griechische Premiermister Alexis Tsipras (2015-2019) am Mittwochabend auf der Insel Kreta auf. Bei einer weiteren Vorstellung seiner Ende 2025 erschienenen Autobiografie „Ithaki“ (Ithaka), die im Kino „Astoria“ der Stadt Heraklion erfolgte, forderte er dazu auf, „den Kurs des Landes“ zu ändern.

Dies sei sein Vorschlag, das gebiete die Realität. Notwendig sei ein Wiederaufbau der progressiven Fraktion des Landes. Bestehende Differenzen in diesem Spektrum müssten überwunden werden. Ziel sei eine „fortschrittliche, vielschichtige, aber programmatisch solide, disziplinierte und effektive Organisation“. Dabei müssten „Erfahrung mit der Frische neuer Personen“ verbunden werden, um eine „moderne Linke“ effektiv zum Ausdruck zu bringen – „offen für alle, die die Notwendigkeit für ein breites progressives Spektrum verstehen“.
Der Ex-Regierungschef, der nach zwei verlorenen Parlamentswahlen 2023 als Vorsitzender des Bündnisses der Radikalen Linken (SYRIZA) zurückgetreten war, stellt nun fest: „Unsere Heimat braucht Stabilität und eine tatsächliche Normalität.“ Mit Blick auf die konservative Regierungspartei Nea Dimokratia sprach er von einer „schamlosen Manipulation der Justiz und Zusammenbruch sämtlicher Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit“. Sein Fazit: „Die Zunahme von Korruption und Ungleichheit sind nicht normal.“
Beobachter interpretierten den Auftritt des Linkspolitikers als erneute Bestätigung, dass er in absehbarer Zeit eine neue politische Formation ins Leben rufen dürfte, möglicherweise noch im Mai oder Juni.
Der einstige Premierminister stellte in diesem Zusammenhang fest: „Unser Kampf geht weiter. Von uns allen. Und natürlich auch von mir. Unter neuen Bedingungen, mit neuen Formationen, neuen Gesichtern und neuer Suche.“ – Umfragen zufolge könnte eine politische Partei unter Führung von Tsipras etwa zehn Prozent der Wählerstimmen auf sich konzentrieren. Sie könnte damit eine Konkurrenz für die größte Oppositionspartei PASOK werden.
Jan Hübel

Nach oben

 Warenkorb