Nach einem Zwischenfall mit einer internationalen Solidaritätsflottille für Gaza, der sich vor Kreta ereignete, sind 175 Aktivisten nach Griechenland evakuiert worden. Die Behörden organisierten ihre Versorgung sowie die Rückführung in die jeweiligen Herkunftsländer.
175 Aktivisten der Global Sumud Flotilla wurden in diesen Tagen von Griechenland aus zurück in ihre Heimat gebracht. Mit etwa 50 Schiffen waren sie Ende April in Richtung Palästina unterwegs, um dort humanitäre Hilfe zu leisten. In internationalen Gewässern vor Kreta wurden sie jedoch von Israel abgefangen. Das griechische Außenministerium hat sich in Kooperation mit der griechischen Küstenwache, der Polizei und der Präfektur Kreta dazu bereit erklärt, die Betreffenden in Sicherheit zu bringen. 31 Personen mussten in einem Gesundheitszentrum bei Sitia auf Kreta behandelt werden. Anschließend wurden sie in Kooperation mit den dafür zuständigen Botschaften und Konsulaten in ihre Heimat zurück gebracht. Dabei handelt es sich überwiegend um Staatsbürger aus Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Portugal und der Türkei.
Koordination der Rückkehr
In einer Mitteilung rief das Außenministerium zu „Zurückhaltung und zur uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts, einschließlich des Seerechtsübereinkommens und des humanitären Völkerrechts“ auf. Weiterhin heißt es: „Griechenland, das sich als Stabilitätsfaktor in der Region versteht, hat sich – geleitet vom Völkerrecht und aus humanitären Gründen – an Israel gewandt und den Abzug seiner Schiffe aus dem Gebiet gefordert.“ Zugleich habe „Athen seine Dienste angeboten, indem es sich bereit erklärte, die Passagiere auf seinem Staatsgebiet aufzunehmen und für deren sichere Rückkehr in ihre Herkunftsländer zu sorgen.“ Außerdem hieß es: „Die griechischen Behörden stehen in Kontakt mit den israelischen Stellen, um die sichere Ausschiffung der Betroffenen in Griechenland zu gewährleisten.“ Anschließend hatte Außenminister Jorgos Gerapetritis Kontakt mit Amtskollegen u. a. aus der Türkei und Israel aufgenommen.
Proteste
Die Europaabgeordneten der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) stellten in dieser Sache eine Anfrage an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Nach Darstellung der KKE seien die Schiffe der Flottille „von israelischen Einheiten angegriffen worden“. Dabei seien mehrere Schiffe beschädigt worden und zeitweise manövrierunfähig gewesen. Die KKE bewertet den Vorfall als „schwerwiegend“ und verweist darauf, dass sich dadurch Menschen auf offener See in eine gefährliche Lage gebracht worden seien. Die griechischen Europaabgeordneten ersuchen die EU-Kommission um Stellungnahme zu dem Vorfall. In mehreren Orten Griechenlands kam es vor diesem Hintergrund zu Protestaktionen. Dazu zählen Kreta, die Insel Syros und die Hauptstadt Athen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)