In Griechenland weist eine parlamentarische Anfrage auf gravierende Risiken für Lieferfahrer im Straßenverkehr hin. Mehrere Todesfälle und eine hohe Unfallrate werfen Fragen zum Arbeitsschutz in der Branche auf. Gleichzeitig stehen Arbeitsdruck, niedrige Einkommen und fehlende Sicherheitsstandards im Fokus der Kritik.
Innerhalb von vier Jahren sind mindestens zwanzig Lieferanten in Griechenland während eines Verkehrsunfalls während ihrer Arbeitszeit ums Leben gekommen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der sozialistischen Oppositionspartei PASOK an die Minister für Verkehr und Arbeit hervor. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele dieser Fälle nicht als Arbeits-, sondern als normale Verkehrsunfälle erfasst werden. Die Parlamentarier beziehen sich auf eine weitere Erhebung, bei der 304 Lieferanten zu dieser Frage befragt wurden: sieben von zehn waren während der Arbeit bereits in mindestens einen Verkehrsunfall involviert.
Die Parlamentarier betonen, dass der zunehmende Einsatz von Lieferfahrern im Straßenverkehr „den Wandel der Wirtschaft und des Alltags widerspiegelt“. Gleichzeitig warnten sie vor erheblichen Defiziten beim Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Branche. Demnach habe die rasante Entwicklung der Lieferdienste nicht zu einem entsprechenden Ausbau des Arbeitsschutzes geführt. Dadurch steige das Risiko von Arbeits- und Verkehrsunfällen deutlich.
Als problematisch werden insbesondere Zeitdruck und leistungsbasierte Vergütungssysteme genannt, die häufig zu überhöhter Geschwindigkeit, Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, langen Arbeitszeiten und zunehmender Erschöpfung führen. Zusätzlich seien Lieferfahrer regelmäßig extremen Wetterbedingungen wie Hitze, Regen oder Kälte ausgesetzt, ohne ausreichenden Schutz, was etwa eine professionelle und auf diese Berufsgruppe zugeschnittene Arbeitskleidung betrifft.
Zudem werden die Einkommen der Betreffenden durch Kosten für Kraftstoff, Wartung, Ausrüstung und Versicherung erheblich belastet. Dies zwinge viele Beschäftigte zu längeren Arbeitszeiten und damit zu einer erhöhten Gefährdung im Straßenverkehr, erklärten die PASOK-Parlamentarier. (Griechenland Zeitung / eh)