Mit Gedenkveranstaltungen wurde in dieser Woche in Distomo an das Massaker erinnert, das deutsche Besatzungstruppen am 10. Juni 1944 in dieser Ortschaft in Mittelgriechenland verübten. An den Feierlichkeiten zum 82. Jahrestag nahm auch der griechische Staatspräsident Konstantinos Tassoulas teil.
Nach einem Gedenkgottesdienst in der Kirche Agios Nikolaos und einer Kranzniederlegung am Mausoleum der Opfer erinnerte Tassoulas an die Schwere des Verbrechens. Das Massaker von Distomo zähle zu den schlimmsten Kriegsverbrechen, die während der Besatzung durch deutsche Truppen in Griechenland an der Zivilbevölkerung begangen wurden.
Der Präsident verwies insbesondere auf die zahlreichen Kinder unter den Opfern. Beim Verlesen der Namen der Toten seien auch Säuglinge und Kleinkinder genannt worden. Das Verbrechen sei im Namen der „kollektiven Verantwortung“ begangen worden, einer Theorie, die vom nationalsozialistischen Regime vertreten worden sei.
Tassoulas betonte die Verpflichtung zur Erinnerung und zur Verantwortung gegenüber den Opfern. Weder die Zeit noch die Geschichte ließen ein solches Verbrechen in Vergessenheit geraten. Zugleich müsse alles dafür getan werden, damit sich derartige Gräueltaten niemals wiederholen.
Der Staatspräsident bekräftigte außerdem die Haltung Griechenlands in der Frage der deutschen Reparationen. Die entsprechenden Forderungen Griechenlands für die während der Besatzungszeit begangenen Verbrechen seien weiterhin „lebendig und stark“ und würden in vollem Umfang aufrechterhalten.
„Heute haben wir die Erinnerung geehrt und eine Verantwortung übernommen: nicht zu vergessen und niemals wieder zuzulassen, dass sich derartige unmenschliche Ideologien und Regime durchsetzen“, erklärte Tassoulas. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)