Griechenland ist in die sommerliche Waldbrandsaison eingetreten. Täglich brechen dutzende Wald- und Buschbrände aus. Ein Großteil davon ist fahrlässiger Brandstiftung geschuldet. Bürger des Landes und Besucher werden dazu aufgerufen, sich besonders vorsichtig zu verhalten.
In vielen Teilen Griechenlands herrscht am Montag (29.6.) erhöhte Waldbrandgefahr. Gefahrenstufe drei von fünf (gelb) hat die griechische Feuerwehr u. a. für Inseln, Teile Westgriechenlands, der Peloponnes, Nord- und Mittelgriechenlands ausgesprochen. Davon betroffen sind 28 Regionen im ganzen Land, darunter auch Attika, Euböa und Thessaloniki.
Die Bürger und Besucher werden dazu aufgerufen, keine Aktivitäten auszuüben, durch die ein Feuer ausgelöst werden könnte. Dazu zählen etwa landwirtschaftliche Arbeiten mit Geräten, die Funken auslösen können, Grillen im Freien sowie das Wegwerfen von glimmenden Zigaretten. Sollte jemand Rauch oder Feuer bemerken, sollte er umgehend die Feuerwehr unter der Nummer 199 informieren.
Festnahmen wegen fahrlässiger Brandstiftung
Allein am Sonntag (28.6.) sind innerhalb von 24 Stunden 44 Wald- und Buschbrände ausgebrochen. 37 Brände konnten bereits im Frühstadium gelöscht werden, ohne dass Sachschäden entstanden. In Attika wurden am Sonntag zwei Personen wegen fahrlässiger Brandstiftung verhaftet, eine weitere Person musste lediglich ein Bußgeld entrichten. Die Feuerwehr nahm eine 59-jährige Frau und einen 44-jährigen Mann fest, weil sie auf einem Schießstand in Afidnes trotz sehr hoher Waldbrandgefahr gegen die geltenden Brandschutzvorschriften verstoßen hatten. In Ostattika musste ein 79-Jähriger 3.000 Euro an Bußgelder zahlen, weil er im Freien gegrillt hatte.
Zwischen dem 1. Januar und dem 28. Juni 2026 verhängten die Behörden 488 Verwaltungsbußgelder in einer Gesamthöhe von 560.470,41 Euro. Zudem wurden 133 Personen im Rahmen von Schnellverfahren festgenommen und der Justiz übergeben. 125 Fälle (93,94 %) betrafen Brände, die fahrlässig verursacht wurden, und bei 8 Festnahmen (6,06 %) geht es um Brände, die vorsätzlich gelegt wurden.
Eine der brandgefährdetsten Regionen Europas
Am Montag erklärte ein Sprecher der griechischen Feuerwehr gegenüber dem staatlichen Fernsehsender ERT, dass 85 % der Waldbrände aus Fahrlässigkeit verursacht werden. Demnach zählen zu den häufigsten Brandursachen: das Verbrennen von Rückständen im landwirtschaftlichen Bereich, die Benutzung von Schweißgeräten im freien Raum, der Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen, Arbeiten in der Imkerei und sogar das Wegwerfen einer brennenden Zigarette. Der Experte stellte klar: „An Tagen mit hoher Brandgefahr führen wir keine diesbezüglichen Arbeiten im Freien durch.“ In diesem Sinne empfahl er, wenn man Arbeiten im Freien verrichten müsse, den täglichen Waldbrandgefahrenindex des Katastrophenschutzes zu beachten und – sofern die Bedingungen es zulassen – ausschließlich sehr früh am Morgen zu arbeiten. „Heißarbeiten dürfen niemals nach 11 Uhr vormittags und erst recht nicht zur Mittagszeit durchgeführt werden“, betonte er. Er fügte hinzu, dass das Griechenlands Feuerwehr derzeit über 81 Luftfahrzeuge sowie mehr als 18.000 Einsatzkräfte verfügt. Zudem würden über 120 Drohnen zur Überwachung eingesetzt.
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Abschließend rief der Feuerwehrsprecher zu erhöhter Vorsicht auf und wies darauf hin, dass Griechenland zu den am stärksten von Waldbränden gefährdeten Regionen Europas gehört. „Die Prävention“ sei „der stärkste Verbündete des Zivilschutzes“. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)