Eine Tote und vier Verletzte kosteten drei Terroranschläge am Mittwoch (1.7.) in Thessaloniki, die gegen Wohnungen von Funktionären der regierenden Nea Dimokratia (ND) gerichtet waren. Bei dem Todesopfer handelt es sich um die 72-jährige Mutter einer Politikerin dieser Partei.
Einhellig verurteilt wurde diese Tat sowohl von der politischen Führung des Landes als auch von der Opposition. Staatspräsident Konstantinos Tasoulas sprach von einem „tragischen Opfer dieser neuen terroristischen Aktivität, die offenbar noch mehr Opfer zum Ziel hatte“.
Premierminister Kyriakos Mitsotakis – der wegen der Anschläge außerplanmäßig nach Thessaloniki gereist war – stellte klar: „Wir werden Sie finden und der Justiz übergeben.“ Man werde den Terror „dahin schicken, wo er hingehört: ins Abseits“. Seine Regierung stehe „in der ersten Reihe des Kampfes“, denn „Stabilität und Normalität sind die Voraussetzungen des Wohlfahrtsstaates“. Ähnlich äußerte sich auch der für Bürgerschutz und Polizeiarbeit zuständige Minister Michalis Chryssochoidis. Er konstatierte: „Wir werden sie fassen.“
Seitens der offiziell größten Oppositionspartei, der sozialistischen PASOK, forderte der Vorsitzende Nikos Androulakis, dass „die Mörder festgenommen, der Justiz übergeben und bestraft werden.“ Gegenüber terroristischen Aktivitäten dürfe man keinerlei Toleranz zeigen.
Zu Wort meldete sich auch Alexis Tsipras, Vorsitzender der neu gegründeten Partei ELAS, die Umfragen zufolge derzeit die zweitstärkste Partei hinter der ND ist. Er brachte seine Abscheu angesichts der jüngsten Anschläge in Thessaloniki zum Ausdruck und stellte klar: „Der Terror hat keinen Platz in einer Demokratie.“ Zudem sei der Schutz von Menschenleben die Verpflichtung aller. Entschieden verurteilt wurden die Anschläge auch von den anderen Oppositionsparteien.
Antiterrorspezialisten der Polizei haben die Ermittlungen bereits aufgenommen. Sie vermuten, dass es sich bei den Tätern um Personen aus der anarchistischen Szene Thessalonikis handeln dürfte. Die insgesamt drei Anschläge wurden in verschiedenen Teilen der nordgriechischen Metropole verübt und waren zeitlich aufeinander abgestimmt. Die Explosionen erfolgten am frühen Morgen zwischen 4.15 Uhr und 4.32 Uhr.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)