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Vom Mont Parnes zum Hellinikon: Casino-Resorts als neuer Pfeiler des griechischen Tourismus

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Griechenland zählte im Jahr 2025 nach Angaben der Bank von Griechenland rund 37,98 Millionen internationale Gäste, so viele wie nie zuvor. Hinter den klassischen Reisezielen Akropolis, Inseln und Strände entsteht derzeit eine zweite Tourismusebene: integrierte Casino-Resorts, in die Investoren Milliardenbeträge fließen lassen.

Diese Komplexe bündeln Hotellerie, Gastronomie, Showprogramm und Glücksspiel unter einem Dach, verlängern die oft auf Sommermonate verdichtete Saison und sprechen Geschäftsreisende ebenso an wie klassische Urlauber. Die Strategie steht im Einklang mit dem Trend zu höherwertigen Gästesegmenten, den Tourismusministerin Olga Kefalogianni zuletzt im Frühjahr 2026 als strategisches Ziel nannte.

Start mit Mont Parnes

Die Geschichte der griechischen Casino-Resorts beginnt 1961 mit dem Hotel Mont Parnes auf dem Berg Parnitha nördlich von Athen; das erste Casino öffnete dort 1971. Heute zählt das Land acht lizenzierte Spielbanken, reguliert von der Hellenic Gaming Commission (EEEP). Das traditionsreiche Mont Parnes wird in den kommenden Jahren nach Maroussi verlegt, wo das Projekt VORIA des Entwicklers North Star Entertainment mit rund 332 Millionen US-Dollar einen Fünf-Sterne-Komplex mit Casino, Konferenzräumen und Bühnenprogramm realisieren soll.
Noch ehrgeiziger sind die Pläne auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Hellinikon, wo das City of Dreams Mediterranean als größtes integriertes Resort Europas entstehen soll. Parallel dazu baut Hard Rock mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro bis 2027 ein 41-stöckiges Hotel mit Freiluftarena und Casino an der attischen Küste. Branchenschätzungen gehen davon aus, dass rund zwei Drittel der Besucher griechischer Casinos aus dem Ausland stammen; mit dem Ausbau der Großresorts dürfte dieser Anteil weiter steigen. Wie sich diese Projekte mit dem neuen Sonder-Raumordnungsplan für den griechischen Tourismus vertragen, der unter anderem Bettenkapazitäten auf den Inseln begrenzen soll, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Brücke nach Deutschland: Diaspora und regulierter Markt

Eine oft übersehene Zielgruppe für die griechischen Casino-Resorts ist die griechische Diaspora. In Deutschland leben mehrere hunderttausend Menschen mit griechischen Wurzeln, viele davon sind seit den Anwerbeabkommen der 1960er Jahre in Städten wie München, Stuttgart, Düsseldorf oder Frankfurt verwurzelt. Im Jahr 2025 reisten 5,95 Millionen deutsche Gäste nach Griechenland, ein Plus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Abend im Mont Parnes oder in einem der neuen Resorts gehört für viele dieser Reisenden zum festen Bestandteil eines Heimatbesuchs.
Im deutschen Alltag stehen seit dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021 regulierte Freizeitalternativen zur Verfügung. Die in Halle ansässige Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vergibt seitdem Lizenzen für einen rechtssicheren Online-Markt mit klaren Spielerschutz- und Einzahlungsvorgaben. Wer als in Deutschland lebender Auslandsgrieche einen Überblick über die hier zugelassenen Angebote sucht, findet in einer aktuellen Marktübersicht eine sortierte Darstellung der regulierten deutschen online casinos. Der GGL-regulierte Markt ergänzt damit das Bild zwischen dem traditionellen Heimatbesuch in Athen und dem Alltag in der deutschen Diaspora. Die Diversifizierung des griechischen Tourismus über das klassische Strand-und-Insel-Modell hinaus bleibt eine der spannendsten Entwicklungen des laufenden Jahrzehnts.

(ba)

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