Im Winter in der Altstadt von Rhodos Tagesthema

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Im Winter in der Altstadt von Rhodos
Im Winter gehört die Altstadt von Rhodos den Katzen. Nur wenn die Kreuzfahrer kommen, öffnen ein paar Geschäfte. Ansonsten spielt sich das Leben fast nur in der Neustadt ab. Der sommerliche Sündenpfuhl Faliraki gleicht einer Geisterstadt, das schöne Lindos ist in tiefsten Winterschlaf gefallen. Lohnt es sich trotzdem, in dieser Jahreszeit ein paar Wochen auf Rhodos zu verbringen?
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Von Klaus Bötig

Wir haben uns im Winter drei Wochen lang in einer Altstadtpension einquartiert und sind dort die ganze Zeit über die einzigen Gäste. Wirt Georgios lässt sich nur sporadisch sehen, Personal hat er nicht. Die Tochter reinigt unser Studio, wenn sie zwischen ihrem Nichtstun gelegentlich Zeit dafür findet. Für Wärme in kühlen Nächten sorgt ein Elektroheizkörper auf Rädern. Wir fühlen uns pudelwohl, auch wenn uns manchmal die Pfützen auf den Kieselsteinpflastern der engen Gassen zu tollkühnen Sprüngen zwingen. Denn wir haben die stimmungsvollste Altstadt der Ägäis fast für uns allein.
An der Aristoteles- und Sokrates-Straße, die zusammen die sommerliche Hauptflaniermeile bilden, sind all die Pelz- und Leder-, Souvenir- und Schmuckgeschäfte geschlossen. Nur ein kleines, modernes Café öffnet morgens um Acht, hält Toast und Pittes für ein einfaches Frühstück bereit. Zu den ersten Gästen gehört fast jeden Morgen ein uralter Mann, der sich am Stock von der Süleyman-Moschee weiter oben hier hinunter bemüht. Weiter würde er es wohl kaum schaffen. Er trinkt seinen Kaffee, grüßt die sporadisch langsam vorbeifahrenden Moped- und Autofahrer, schleppt sich dann wieder nach Hause. Wahrscheinlich hat er sein Unterhaltungsprogramm für den Tag damit bereits hinter sich gebracht.  
Unseres beginnt. Wir schlendern durchs alte jüdische Viertel, wo die Synagoge Kahal Shalom aus dem Jahr 1577 jetzt im Winter geschlossen ist. In einem der alten jüdischen Häuser treffen wir den Ikonen- und Freskenmaler Vasilios Syrimis und seinen Sohn Periklis bei der Arbeit in ihrem Studio an. Sie haben mehrere Ikonen gleichzeitig in Arbeit. Ihr größter Auftrag ist zurzeit die Ausmalung einer Kapelle. Aus Kostengründen malen sie aber ihre heiligen Bilder nicht mehr direkt vor Ort auf die Kapellenwand, sondern hier im Studio auf eine Spezialleinwand, die dann einfach auf der Kapellenwand angebracht wird. Vasilios nimmt sich Zeit, seine Malkunst zu erklären. Er spricht perfekt Englisch, denn in seinen jüngeren Jahren war er als Tourismus-Manager auf der Insel aktiv.

(Den kompletten Text dieser Reisereportage von GZ-Autor Klaus Bötig über Rhodos im Winter können Sie in der kommenden Ausgabe in der Griechenland Zeitung lesen, die am Mittwoch an die Kioske kommt.)

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