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Das „Westin Resort Costa Navarino“ an der Südwestküste der Peloponnes entwickelt zurzeit das neue „Mouratoglou Tennis Center“. Namensgeber für die Sportanlage ist der französisch-griechische Tennislehrer und Kooperationspartner Patrick Mouratoglou, der unter anderem als Trainer von Tennis-Superstar Serena Williams und dem griechischen Talent Stefanos Tsitsipas in Erscheinung tritt.

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Offenbar haben bereits viele Menschen Griechenland als Reisedestination ins Auge gefasst. Diese Auffassung vertritt das Reisemagazin National Geographic Traveller in seiner Aprilausgabe. Bereits auf der Titelseite konzentrieren sich die Verfasser auf das griechische Festland, das von etwa 6.000 Inseln umgeben ist.

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Die Peloponnes, Griechenlands Festlandssüden, ist immer eine Reise wert. Aber dieses Mal war es für mich ein Jubiläum. Exakt 40 Jahre zuvor hatte ich zum ersten Mal das Land der Hellenen besucht.

Als ich mich vor vier Jahrzehnten nach Hellas aufmachte, behauptete ein befreundeter Lehrer, der mich damals begleitete, mit fast prophetischer Weitsicht: „Griechenland ist dein Land!“ Damals habe ich sie zum ersten Male gesehen, meine Traumorte Mistras und Monemvasia – das alte kulturelle Zentrum von Byzanz und jener Felsen vor der Südostküste, der als uneinnehmbar galt. Ich war auch zwischendurch in diesen Orten, aber immer nur kurz. Dieses Mal sollten es jeweils ein paar Tage mehr werden und damit Zeit, auf alten Pfaden zu wandeln. Natürlich hat sich Vieles verändert. Früher gab es in Mistras nur ein einziges Hotel, das „Byzantion“. Es existiert noch, jetzt mit kleinem Pool im Garten, immer noch mit Ausblick auf das Dorfzentrum – von jedem Zimmer und der riesigen Lobby mit den Aufenthaltsräumen. Damals gab es auch nur eine Taverne, in der ich den 70. Geburtstag des Besitzers mitgefeiert hatte. Sie steht noch immer, ist erweitert worden, vermietet jetzt im Nebenhaus Zimmer und hat als Taverne Konkurrenz bekommen. Verschwunden ist das Büro des Dorfpolizisten, der immer neben der Taverne vor der Tür saß. Polizei müsste bei Bedarf aus Sparta anrücken, das nur ein paar Kilometer entfernt ist. Auch das Kafenion gegenüber vom Hotel besteht noch, um Außengastronomie mit Speisen vergrößert. Auch hier Erinnerungen. Vor 35 Jahren hatte das damals junge Pächter-Ehepaar den ersten Sohn bekommen, und aus diesem Anlass gab es die Getränke umsonst. Zwölf Jahre später fragte der Junge als Hilfe in den Ferien, was es sein darf.

Kongresszentrum im Despotenpalast

Natürlich kommt man nach Mistras, um die Ruinenstadt unterhalb der Frankenburg von 1249 zu erkunden. 40 Klöster und Kirchen gab es hier in der Blütezeit. Gleich zwei Paläste sind zu besuchen. Am Despotenpalast, einst Sitz des kaiserlichen Statthalters aus Konstantinopel, wird seit einem Jahrzehnt gebaut. Ein modernes Kongresszentrum soll entstehen. Die Hauptkirche, die Mitropolis, und das in Nebengebäuden untergebrachte Archäologische Museum werden fast täglich von Reisegruppen besucht. Und natürlich das noch immer bewohnte Pantanassakloster. Die im Hof sitzende Nonne sprach Griechisch mit Akzent. Sie stamme aus Bulgarien, erzählt sie, lebe seit 20 Jahren hier: „Es ist Heimat geworden!“ Die Ruinenstadt am Hang kann man durch zwei Tore betreten, das obere und das untere. Ich war auf dem Weg zum Eingang in die untere Stadt. Ein Jeep bremst. „Soll ich dich nach oben fahren?“ fragt Jannis und erklärt: „Du hast doch gestern bei uns gegessen.“ Es war der Tavernenbesitzer, der noch eine Familie aus Frankreich aufsammelte. Die zum Teil gut restaurierten, zumindest gesicherten Kirchen haben Namensschilder. Man würde sich sonst verlieren. Neben der Mitropolis, dem Soldatenheiligen Dimitrios geweiht, ist die Stelle markiert, an der nach der Vertreibung der Venezianer durch die Türken anno 1670 der Bischof aufgehängt wurde.

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Der Despotenpalast von Mystras soll Kongresszentrum werden.

Zimmer in alten Palästen

Von Mistras nach Monemvasia: Mit öffentlichen Bussen braucht man heute mehr Zeit als vor 40 Jahren. Die Busse sind zwar moderner geworden. Aber sie fahren nicht mehr direkt, sondern nehmen viele kleine Dörfer am Wegesrand mit, die früher mit eigenen Linien bedient wurden. Also immer wieder runter von der Hauptstraße, hinein in die Berge, oft mühsames Wenden auf den engen Gassen der Dörfer. Mehr als einmal ist ein Pkw so geparkt, dass der Bus nicht um die Ecke kann. Dann muss mit lautem Hupen der Besitzer des Hindernisses gesucht werden. Nach etwa drei Stunden kommt er in Sicht, der bis 300 Meter hohe, 1.800 Meter lange Felsbuckel Monemvasia. Der inzwischen groß gewordene Ort an Land, von dem ein Damm zur einstigen Festung führt, heißt offiziell zwar Gefira, Brücke. Die meisten Bewohner aber übertragen den Namen des Felsens auch auf die neue Siedlung. Vor 40 Jahren gab es nur hier an Land Übernachtungsmöglichkeiten. In der alten Festungsstadt Monemvasia wohnten nur noch wenige Leute. Aber die Zahl der Tagesbesucher stieg stetig. Inzwischen gibt es ein halbes Dutzend kleiner Hotels und Pensionen auf dem Felsen, oft verschwenderisch schön in alten Palästen eingerichtet.

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chon von weitem beeindruckt der Felsbuckel Monemvasia

Mit Shuttlebus fährt zum Eingangstor

Natürlich hat auch die Zahl der Tavernen und Kafenia zugenommen. Man braucht nicht mehr zu Fuß zum Felsen zu gehen. Ein Shuttlebus fährt zum wuchtigen Eingangstor. Die Hauptkirche der Oberstadt, die der heiligen Sophia, ist restauriert, täglich geöffnet zwischen 8 und 15 Uhr. Allerdings haben die Götter vor deren Besichtigung den steilen Aufstieg gesetzt. Vier ältere Herren quälen sich von Kurve zu Kurve nach oben. Ihr Führer hält zwischendurch kleine landeskundliche Vorträge. Sie stammen aus Deutschland. Der Chef hat vor 35 Jahren auf der Peloponnes ein Häuschen erworben. Zunächst als Feriendomizil, jetzt als Alterssitz. Er lädt gelegentlich Freunde ein, um im Kleinbus Ziele der Peloponnes anzusteuern. Es ist 17 Uhr, als wir oben ankommen, die restaurierte Agia Sophia-Kirche schon geschlossen. Am nächsten Tag ist also ein erneuter Aufstieg fällig. Jede Reisegruppe, die mit Führung nach Monemvasia kommt, besucht am kleinen Dorfplatz die Kirche des gebundenen Christus. Das war eine berühmte Ikone, die vor langer Zeit abhanden gekommen ist. An etlichen Ruinen steht der Hinweis „Unknown Church“. Will sagen, man weiß nicht mehr, welche oder welcher Heilige hier verehrt wurde.

Die Agia Sophia in der Oberstadt von Monembasia ist restauriert wordenjpg
Die Agia Sophia in der Oberstadt von Monemvasia ist restauriert worden

Wildschweine und Hirtenhunde

Vor dem Kafenion bekommt man leicht Kontakt. Da besprechen zwei Griechen aus Molai, dem größten Ort der Umgebung, was sie in den vier Jahren zu tun gedenken, die sie bis zum Rentenantrag noch haben. Der Eine betreibt ein kleines Fuhrgeschäft, der Andere einen Obst- und Gemüseladen. Sollen sie wirklich aufhören? Ein junges Paar sitzt am Nebentisch. Wo kommt ihr her? Aus Holland. Die junge Holländerin spricht perfekt Griechisch. Das Geheimnis ist schnell gelüftet. Sie ist Griechin, hat nach Holland geheiratet. Als sie bei der Beschreibung ihrer Reise sind, fehlt ihnen der Name einer Tropfsteinhöhle. Den kenne ich, und schon sind wir zu Fünft eine Parea, eine Gruppe, die ein paar nette Stunden gemeinsam verlebt. Schön war auch die Begegnung mit einem jungen Deutschen, der per Handy am Busbahnhof von Sparta ein Zimmer buchte. An seinem Englisch konnte ich den Deutschen erkennen und fragte: „Darf ich raten, wohin sie fahren wollen?“ Ich kannte den Namen des Hotels. Natürlich wollte er auch nach Monemvasia. Er arbeitet in der Konsularabteilung der deutschen Botschaft in Tel Aviv. Wir verabreden uns zum Abendessen. Er hatte ganz allein Teile des Europawanderweges im Taygetosgebirge zurückgelegt, berichtete von Begegnungen mit Wildschweinen und Hirtenhunden.

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In der Unterstadt Monembasias findet man gute Unterkünfte.

Zeitverschwendung – Zeitgewinn

Der Rückweg von Monemvasia nach Athen gestaltete sich wieder sehr zeitaufwändig. Die Dame im Büro der Busgesellschaft empfahl ein Taxi bis Molai, von wo mittags ein Bus nach Sparta führe. In Molai schüttelte ihre Kollegin den Kopf: „Den Bus gibt es seit zwei Jahren nicht mehr!“ Also warten. Aber was hatte vor 40 Jahren ein alter Grieche den ungeduldigen Nordeuropäern gesagt? „Warum redet ihr von, weil es auch hier genug zu sehen gibt!“ Recht hatte er.

Text und Fotos: Konrad Dittrich

Diese Reportage erschien in der Griechenland Zeitung Nr. 692 am 18. September 2019.

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