WWF startet Programm für nachhaltige Fischerei in der Ägäis Tagesthema

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Ein Fischerboot vor der Insel Andros, die an dem Programm teilnehmen wird. (Foto: ek/Archiv) Ein Fischerboot vor der Insel Andros, die an dem Programm teilnehmen wird. (Foto: ek/Archiv)

Das Mittelmeer ist stark überfischt, und Fisch erfreut sich bei den Verbrauchern wachsender Beleibtheit. Nun will die Umweltorganisation WWF auch in der Ägäis mit Programmen für die nachhaltige Küstenfischerei gegensteuern.

Die Küstenfischerei gehört zum Bild Griechenlands wie Sonne und Meer. Seit Jahren ist die Branche wegen der Überfischung der Gewässer in einer Existenzkrise. Die EU versucht mit teils fragwürdigen Maßnahmen wie der Bezuschussung der Zerstörung traditioneller hölzerner Fischerboote gegenzusteuern. Die Umweltorganisation WWF setzt stattdessen auf die Zusammenarbeit mit den Betroffenen und auf die Einführung nachhaltiger Fischereipraktiken. Das Programm des WWF „Transformation der Küstenfischerei in den Nordkykladen“ soll bei den Fischern der Inseln Tinos, Kea, Kythnos, Syros und Andros ansetzen. Die Wahl sei auf diese Inseln gefallen, weil sie für den Naturschutz besonders wichtig und touristisch gut erschlossen seien, was den Fischern alternative Einnahmequellen wie den Angeltourismus eröffne. Außerdem soll es auf diesen Inseln eine Gruppe von Fischern geben, die für Neuerungen wie das WWF-Programm offen sind und andere Kollegen bei der kollektiven Beschlussfassung beeinflussen können. Bis 2022 soll nach Angaben von Antigoni Foutsi von WWF Hellas der institutionelle Rahmen stehen. Beteiligen sollen sich örtliche Träger, Forschungsinstitute und die Verwaltung. Sie sollen die Fischer bei der Übernahme nachhaltiger Fischereipraktiken anleiten und unterstützen. Dass das nicht nur mit Vertrauen in die ökologische Empfindsamkeit der Fischer geht, liegt auf der Hand. Daher sollen wichtige Anreize zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation das Programm flankieren. Dazu zählen etwa ein besseres Marketing und ein verbesserter Marktzugang für nachhaltige Fischereierzeugnisse.

Das WWF-Programm läuft nicht nur in Griechenland, sondern auch in Kroatien, Slowenien, Frankreich, Italien, Spanien, Algerien, Tunesien und in der Türkei. Die 21 Regionen rund ums Mittelmeer, die daran teilnehmen, repräsentieren 60 Prozent der Küstenfischereiflotte. Denn die Bestände des Mittelmeeres sind zu 93 Prozent überfischt. Seit 2007 sind die Fischbestände laut WWF um 30 Prozent zurückgegangen, während der Konsum stetig ansteigt und die bisherigen EU-Programme kaum Resultate gebracht haben sollen. (GZak)

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