Den Auflagen seines Rettungsdeals vor einem Jahrzehnt entsprechend schaffte es Griechenland im Jahr 2025, seinen Haushaltsüberschuss noch weiter auszubauen. Den Schätzungen der Statistikbehörde ELSTAT zufolge, die für die Bewertung von Griechenlands Finanzen in der EU-Kommission ausschlaggebend sind, erzielte Athen im vergangenen Jahr einen Überschuss von 4,29 Mrd. Euro, im Vergleich zu 3,19 Mrd. Euro 2024.
Als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen, lag der Überschuss 2025 bei 1,7 %, im Vergleich zu 1,3 % im Jahr davor. In der Periode von 2023 bis 2024 erwirtschaftete die allgemeine Regierung noch ein Defizit von 2,6 % bzw. 1,4 %. Wenn man die Ausgaben zur Bedienung der Staatsschulden ausnimmt, legte der sogenannte primäre Haushaltsüberschuss im Jahr 2025 um etwa 700 Mio. Euro auf 12,1 Mrd. Euro zu (4,9 % am BIP). Auch die Staatsschulden bewegten sich zwischen 2024 und 2025 in eine günstige Richtung, wenn auch in einem eher langsamen Tempo: Sie fielen von 365 Mrd. Euro (154 %) auf 363 Mrd. Euro (146 % am BIP). 2022 hatte sich der Schuldenstand noch auf 178 % belaufen.
Die Regierung ist der Ansicht, dass diese Leistung die ursprünglich gesteckten Haushaltsziele übertreffe und dass deswegen fiskaler Spielraum bestehe, ein Sozialpaket in Höhe von 500 Mio. Euro zu verteilen: Es umfasst vor allem einen Zuschuss von 150 Euro pro Kind für die meisten Familien. Darüber hinaus weitet man Beihilfen für Rentner und anderen sozial gefährdete Gruppen aus.
Dimos Chatzichristou