Insel Paros: Hauptstadt Paroikia

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Insel Paros: Hauptstadt Paroikia

Etwa 2.000 Einwohner leben in der Haupt- und Hafenstadt von Paros, in Paroikia, die im Westen der Insel liegt. Oft wird diese Stadt auch einfach nur Paros oder Chora genannt, wie es auf den meisten Inseln üblich ist. Die Stadt erstreckt sich etwa einen Kilometer entlang der südlichen Hafenbucht und wird von dem 15 Meter erhöht liegenden Kastro-Viertel, dem ätesten Teil der Stadt, überragt. Paroikia gehört neben Mykonos zu den schönsten Siedlungen der Kykladen. Die traditionelle Architektur, die kleinen engen Gassen, die weißgekalkten Kirchen und die Fischerboote am Strand verleihen dem Städtchen trotz des Trubels der zahlreichen Besucher einen malerischen Charakter. Darüber hinaus bietet der Ort heute alles, was der Tourist erwartet: ausgezeichnete Tavernen und Restaurants, unzählige Cafes und Bars, Souvenirläden, Pensionen, Privatzimmer und Hotels.

In einer alten Windmühle am Hafen, dem Wahrzeichen des Ortes, ist die Touristeninformation untergebracht. An der großen Platia „Ethnikis Antistasis", die dem griechischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg gewidmet ist, beginnt die Hauptgeschäftsgasse von Paroikia. Dort befinden sich auch die beiden Banken der Stadt. In eine der Quergassen nach rechts abbiegend erreicht man den Kastro-Hügel, der seit der Bronzezeit durchgehend besiedelt ist.

Der Demeter-Tempel, der in der Antike auf der Anhöhe gestanden haben soll, ist allerdings nicht mehr erhalten. Jede nachfolgende Kultur baute über den Fundamenten der Vorgänger und benutzte häufig das Restmaterial zum Bau der eigenen Gebäude und Kirchen. Das beste Beispiel dafür ist der venezianische Wachturm, bei dessen Bau antike Säulen und andere Fragmente verwandt wurden. Auf der Spitze des Hügels, wo früher das venezianische Kastell stand, findet man heute die Kirche des Hl. Konstantinos mit einer wertvollen holzgeschnitzten Ikonostase (Altarwand).
In der Nähe des Hafens im Nordosten der Stadt liegt die berühmteste Kirche von Paros und größte kunsthistorische Sehenswürdigkeit der Insel, die Kathedrale Katapoliani. Der älteste Teil, die Nikolaos-Kapelle auf der linken Seite, entstand im 4. Jahrhundert nach Christus. Die Kirche wurde in jüngster Zeit restauriert, wobei einige Anbauten entfernt und das Naturmauerwerk wieder freigelegt wurde. Im Inneren sind vor allem die Ikonostase, der Bischofsthron und das kreuzförmige Taufbecken sehenswert. Als Glockenturm dient eine hohe Zypresse im Hof. Einige sakrale Gegenstände sind in einem Museum im Obergeschoß eines Gebäudeflügels untergebracht.

Hinter der Kirche befindet sich das Archäologische Museum von Paros. Als Prunkstück besitzt es en Fragment der „Parischen Chronik" aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, die in einer Wand des Kastells eingemauert war und Ereignisse aus der Geschichte der Insel von 2000 bis 263 v. Chr. auflistet.

B. Scharfenberger

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