Perle des Peloponnes

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Perle des Peloponnes
Bunte Gassen unter mächtigen Ritterburgen Für viele ist es einer der prächtigsten Flecken Griechenlands – Nafplio, genauer gesagt, der malerische alte Ortskern. Nicht nur Hellenen zieht es zum Ausspannen in die nordpeloponnesische Stadt.
lecken Griechenlands – Nafplio, genauer gesagt, der malerische alte Ortskern. Nicht nur Hellenen zieht es zum Ausspannen in die nordpeloponnesische Stadt. Die Deutschen bilden die zweitstärkste Besuchergruppe. Hier muss niemand verhungern, weil er kein Englisch spricht. In vielen Tavernen gibt es sogar alemannische Speisen wie etwa das „Snitzel". Das sei hier aber nur am Rande erwähnt. Schließlich gibt es in Nafplio einiges zu entdecken – von lohnenswerten „Eisbergen" über 901 Stufen bis hin zu Sightseeing-Wassertaxen.

Von Sandra Weckert

Stufige Berge mit mittelalterlicher Krone

In Nafplio scheint offenbar immer die Sonne: „garantiert stahlblauer Himmel, inklusive türkisfarbener Meeresbucht". So zauberhaft wie in einem Ferienprospekt beschrieben ist es zwar nicht immer, doch bereits im März ist mit Sonnenbrandgefahr zu rechnen. Einfangen kann man ihn sich z.B. am öffentlichen Kiesstrand Aravanitia, der leicht versteckt auf der anderen Seite der Akronafplio-Burg liegt. Akronafplio selbst hat ein Plätzchen am kleinen Hafen für sich in Anspruch genommen (im Sommer Fährverkehr nach Hydra und Spetses). Gepflasterte, von grünen Pflanzen umrankte Gassen, werden eingerahmt von kleinen, aber feinen schmucken Häuserreihen. Die in zarten Pastellfarben leuchtenden Wohnhäuser, Pensionen und Tavernen schmiegen sich um den Hügel, auf dem die Nafplion-Burg thront – beziehungsweise das, was von ihr übrig ist. Wie ein Schneckenhaus winden sich die Überbleibsel der Hofmauer zu einem Vorhof hinauf, der einen guten Überblick über Land und Meer gewährt. Sportliche Besucher ohne Knieprobleme sollten jedoch den Ausblick von der Burg Palamidi, die sich auf einem Berg direkt gegenüber der Akronafplio-Burg befindet, vorziehen. 901 Stufen (ohne Gewähr) führen zum Eingang (4 Euro Eintritt, mit einem netten Lächeln manchmal auch umsonst. Achtung: nur bis 16.15 Uhr geöffnet). Die noch sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Bauten ziehen sich über den gesamten Bergrücken und geben Einblicke in Kerker, Gräber und Behausungen vergangener Zeiten. Schade nur, dass abgesehen von der kleinen Übersichtskarte am Eingang keine Informationstafeln näheren Aufschluss über die Nutzung der einzelnen Räume geben.

Von Eisbergen schlecken

Zu einer kleinen Berühmtheit hat sich auch das Eiland Bourtzi, direkt vor der Küste Nafplios, gemausert. Dominiert von einer Miniaturburg wird sie täglich von Touristen bewundert, die mittels Wassertaxen (4 Euro) die Möglichkeit der allseitigen Betrachtung haben. Auch ein kurzer Sprung an Land ist möglich, weiter als bis zum Eingang der Burg ist jedoch noch kein Fremdling gekommen. Die Türen sind und bleiben verschlossen. Einheimische empfehlen daher, das Geld besser in Tavernen (ein Schlemmerparadies reiht sich an das nächste) oder wahlweise in Cafés für pistazien- sowie keksbestückte „Eisberge" auszugeben und es bei einem Blick vom Hafen aus auf das Eiland Bourtzi zu belassen. Schlechtes Wetter erwischt? Dann auf zur Nationalgalerie, die sich in einem 1905 erbauten, grell-weißen Haus klassizistischer Bauart befindet (Sidiras Merarchias 23) und eine Ausstellung zu den Unabhängigkeitskriegen beherbergt. Das nordpeloponnesische Folklore-Museum (Vas. Alexandrou 1) ist mit einem eher dürftigen Sortiment an Trachten, Tafelsilber und Schmuck ausgestattet. Direkt gegenüber verwöhnt eine perfekt deutsch sprechende Gastgeberin in der Pension „Omorfi Poli" ihre Gäste zum Frühstück mit Vollkornbrötchen und griechischem Yoghurt. Sauberkeit und Freundlichkeit haben allerdings auch ihren Preis (Doppelzimmer 65 Euro pro Nacht in der Nebensaison). Wegen der langen Anreisewege, bei nicht idealer Verkehrsverbindung (von Athen zwischen 3 und 5 Stunden), empfiehlt sich ein zwei- bis fünftägiger Aufenthalt. Nafplio ist von Athen wahlweise mit der Bahn und anschließender Bus-Weiterfahrt von Korinth aus zu erreichen oder mit einer direkten Busverbindung, die bequemer, aber teurer ist, sich jedoch insbesondere für die Rückreise lohnt. Es kann vorkommen, dass die Überlandbusse lediglich den alten Bahnhof Korinths ansteuern. Von dort tut der Tourist gut daran, sich ein Taxi zum neuen Bahnhof zu nehmen. Ein weiteres Manko: Auch die Züge haben nicht immer die gleichen Haltestellen bei der Hin- und Rückfahrt. So startet der findige Weltenbummler von der Larissa-Station, kann allerdings bei der Heimreise bei Transportkomplikationen in der Nähe des Flughafens landen. Von dort steht ihm dann dafür jedoch (fast) die ganze Welt offen.

©Griechenland Zeitung

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