Mein Dodekanes-ABC

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Mein Dodekanes-ABC

Das "Dodekanes-ABC" umfasst eine Reihe allgemeiner und persönlicher Anmerkungen eines weiter hüpfenden alten Insel-Sammlers, der sich nach seinem „Kykladen-ABC“ der nächsten großen griechischen Inselgruppe gewidmet hat. 

Das „Dodekanes-ABC“ ist in vier Teile aufgeteilt, wovon dieser Abschnitt die Reihe N bis S zusammenfasst.

Nisyros

Eine kleine Insel von nur 40 qkm südlich von Kos wird trotz ihrer landschaftlichen Schönheiten, eines unabhängig von gelegentlichen Eruptionen begehbaren Vulkanbodens und weiterer touristischer Anziehungspunkte, noch nicht vom Fremdenverkehr überlaufen. So bietet die Insel die hübsche Hafen- und Hauptstadt Mandraki mit alter Burg-Ruine und einem Kloster aus dem 14. Jahrhundert sowie den Marklplatz von Nikia im Süden der Insel, der als „einen der Schönsten in Europa“ ausgezeichnet wurde. 

3 Nisyros

Olymbos auf Karpathos

gilt als eines der schönsten und interessantesten Dörfer ganz Griechenlands. Viele Frauen tragen noch ihre traditionellen Trachten (wie ich schon auf der Fähre von Chalki, der kleinen Insel westlich von Rhodos, nach Diafani, dem kleineren Nordhafen der Insel, an einigen weiblichen Fahrgästen bewundern konnte). Der Zugang von Diafani aus wird als von besonderer Naturschönheit beschrieben, was ich anlässlich einer Wanderung nach Olymbos im Herbst 2015 nur bestätigen kann.

3 Olymp auf Karpathos

Pothia

Haupt- und Hafenstadt einer der attraktivsten Inseln des Dodekanes auf Kalymnos. Sie verfügt über eine der schönsten Hafeneinfahrten – nicht nur dieser Insel-Gruppe sondern, nach meinem Geschmack, aller von mir besuchten griechischen Inseln. Amphitheaterartig zieht sich in 2 - 3 Reihen die ineinander verschachtelt wirkende Hausbebauung an den Hängen der Bucht empor und erinnert an kubistische Stadtbilder von Picasso oder Klee. Pothia ist der Heimathafen der „Nisos Kalymnos“, einer alten Fähre, die fast täglich zwischen dem Hafen und Pythagoriou, dem Südhafen von Samos, verkehrt und dabei alle dazwischen liegenden Inseln anfährt (Leros - Lipsi - Patmos - Arki - Agathonisi). Ich nutzte sie mehrfach – in beiden Richtungen. Pothia bildet auch die „Versorgungsbasis“ der benachbarten kleinen Insel Pserimos, die ich im Rahmen eines Tagesausflugs besuchte. Die kleine Fähre war auf der Hinfahrt unter anderem mit Wohnungseinrichtungsteilen beladen und auf der Rückfahrt mit einer lebenden, an allen Beinen gefesselten Ziege, die wohl zur Schlachtung nach Pothia musste.

3 Pothia

.Quallen-Plage der Ägäis - oft beklagt, selten bestätigt

Auf gut der Hälfte der von mir besuchten 18 bewohnten Dodekanes-Inseln habe ich die Bademöglichkeiten - z.T. sehr reichlich - genutzt. Niemals bin ich auch nur der geringsten Quallen-Plage begegnet (auch nicht in Gesprächen mit anderen Touristen). Da ich grundsätzlich nicht in der heißen Hauptsaison unterwegs war und bin ist zwar der Wert dieser Aussage reduziert, da hohe Temperaturen die Voraussetzungen für das Quallen-Auftreten sind, aber auch meine daraufhin reichlichen Rückfragen bei, in der sehr warmen Hauptsaison unterwegs, befindlichen Freunden und Bekannten führten zum gleichen Ergebnis.

3 Quallen

Rhodos 

ist mit 1.400 qkm und 115.000 Einwohnern die größte und bevölkerungsreichste Dodekanes-Insel. Als wir vor 50 Jahren, im Rahmen unserer Hochzeitsreise, 14 Tage auf dieser Insel verbrachten, konnte ich – natürlich – nicht ahnen, dass Rhodos die Nr. 1 (erste besuchte griechische Insel) einer inzwischen auf 75 Einheiten angewachsenen Sammlung sein würde. Im Herbst 2015 musste ich die ohnehin bereits längste Verweildauer auf einer Insel noch um zwei halbe Tage auf 15 erhöhen, veranlasst durch zwei umsteigebedingte „Zwangsaufenthalte“ (zwischen Tilos und Megisti sowie zwischen Symi und Chalki), die ich aus nostalgischen Gründen gern in Kauf nahm.

Schulwesen auf kleinen Inseln

Anlässlich eines Sonntagsausflugs von Patmos nach Arki, der zweitnördlichsten Dodekanes-Insel östlich von Patmos, lernte ich in der einzigen Taverne der kleinen Insel (7 qkm, 45 Einwohner), den für zwei Schüler zuständigen Lehrer der Insel kennen. Er beklagte sich über das geringe Förder-Interesse der Eltern seiner Schüler und auch über seine eigenen beruflichen Perspektiven. Irgendwann würde er wohl, ohne eigene Mitentscheidung, auf eine andere Insel versetzt werden. Über andere kleine Inseln mit extrem geringen Schüler-Zahlen hörte ich, dass das Lehrkräfte-Problem über PC-Fernschulung gelöst würde. Und wiederum gibt es Inseln, für die die Regierung, trotz relativ geringer Einwohnerziffern und dementsprechend niedriger Schüler-Anzahlen, eine bestimmte Anzahl von Lehrkräften der Inselbevölkerung garantieren würde.

Text: Robert Schäfer

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