Athen – Eldorado für Taschendiebe

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Athen – Eldorado für Taschendiebe

Es ist unglaublich, wie dreist in Athen Taschendiebe, insbesondere jetzt in der Urlaubs- und Badezeit, vorgehen. Vor allem in der Metro und Tram aber auch in Supermärkten, Laiki Agora, überall wo Menschenansammlungen sind. In meinem Bekanntenkreis gibt es niemanden, der nicht mindestens einmal bestohlen wurde. Niemand macht eine Anzeige bei der Polizei, weil es eh nichts nützt, so passt auch die Statistik.

Nachdem ich selbst dreimal bestohlen wurde, bin ich aufmerksam und stellte dabei fest, dass sich in der Stoßzeit in jedem Tram Zug fünf bis zehn Taschendiebe befinden, die gut zusammenarbeiten. Es handelt sich dabei um kleine Teams, als Badegäste verkleidete Männer, alte Männer mit Jungen, Mütter mit Kinderwagen, Mütter mit Kindern, die zum Stehlen ausgebildet sind, und weil sie klein sind unbeobachtet in die Hosentaschen und Handtaschen gelangen können. Es werden Drängereien inszeniert, die die Aufmerksamkeit ablenken und in denen dann hurtig gestohlen wird. Besonders das Gedränge in den Türbereichen ist gefährlich. Nichts ist sicher, Hosentaschen, Handtaschen, Säcke, überall stierln flinke Hände gekonnt hinein. Geldbörsen werden sofort nach der Geldentnahme fallengelassen, wenn man Glück hat findet man sie dann wieder. Diese Teams steigen ungeniert zu, nach Zugriff wieder aus, steigen in gegenüberliegende Tram wieder ein, ohne befürchten zu müssen, einmal gefasst zu werden. Polizei gibt es in Athen zum Schutz von Normalbürgern in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht. Diesem frechen Treiben wäre durch ein bisschen Polizeipräsenz oder Fahrscheinkontrollen sicher bald ein Ende zu setzen.

Walter Hufnagel, Athen

Foto: © Griechenland Zeitung / Melanie Schümer, Athen

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