Buchvorstellung und Gespräch mit Argyris Sfountouris in Berlin

  • geschrieben von 
Foto © Nikos Liaskos Foto © Nikos Liaskos


Am 10. Juni 1944 überlebte der damals vierjährige Argyris Sfountouris das Massaker von Distomo, das durch Soldaten der SS an den Einwohnern des mittelgriechischen Dorfes begangen wurde. Es ist leider nur ein Beispiel von vielen der Gräueltaten in Griechenland, doch der Zeitzeuge hat sich Zeit seines Lebens für Humanität und Gerechtigkeit eingesetzt und gemeinsam mit anderen Überlebenden gegen die Verweigerung von Entschädigung aus Deutschland geklagt.

Im Jahr 2006 drehte der Schweizer Regisseur Stefan Haupt den Film „Ein Lied für Argyris“. Ein Film über Sfountouris sowie den Umgang mit persönlicher Trauer und mit historischer Schuld und über die schier unlösbaren Schwierigkeiten einer wirklichen Aussöhnung.Der überlebende Argyris kam durch das Rote Kreuz in ein Kinderdorf in der Schweiz nach Trogen. In Zürich studierte er Mathematik und Astrophysik. Mit dem Schweizerischen Katastrophenhilfekorps arbeitete er später als Entwicklungshelfer in Somalia, Nepal und Indonesien. Argyris Sfountouris reist heute häufig zwischen der Schweiz und Griechenland, nimmt an Tagungen teil, besucht Schulen, immer auf der Suche, „wie aus dem Teufelskreis der Gewalt ausgebrochen werden kann“.

Am Dienstag (24.4.) wird Argyris Sfountouris im Café K-Fetisch in Berlin-Neukölln sein zweites Buch „Schweigen ist meine Muttersprache: Griechenland – seine Dichter, seine Zeitgeschichte“ vorstellen. Es befasst sich mit den Erfahrungen eines Lebens mit Verlust und Erinnerung und darüber hinaus mit der Rolle rassistischer Verbrechen für die aktuelle politische Arbeit sowie mit weiteren Themen. Gemeinsam mit der Theatergruppe „Distomo – Unbeglichene Schuld“ wird aus dem Buch gelesen und darüber diskutiert werden. Im Anschluss wird es Zeit für Fragen aus dem Publikum geben. 


Wann: 24. April, 19.30 Uhr

Wo: Café K-Fetisch, Wildenbruchstr. 86, Berlin-Neukölln

Weitere Infos: http://kfetisch.blogsport.de/

(Griechenland Zeitung/ mh)

Im Verlag der Griechenland Zeitung erschien das Buch „Juni ohne Ernte (Distomo 1944)“ von Kaiti Manolopoulou, in welchem die Autorin das Massaker schildert, von dem auch sie selbst persönlich betroffen ist. Sie verlor in Distomo zahlreiche Verwandte.

Cover Distomo 200

Nach oben