Donnerstag, 07. März 2019 15:21

Vortrag über die Zukunft der Eurozone in Athen

Wie fragil ist die Eurozone heute noch? Und wie ist es um die Reformen bestellt, welche diese in Zukunft effektiver auf etwaige Krisen vorbereiten sollen? Geht man davon aus, dass die entsprechenden Weichen hierfür noch nicht gelegt wurden, muss man sich überlegen, inwiefern die bereits bestehenden Reformen noch weiter ausgebaut werden könnten und wo sonst Verbesserungsbedarf besteht, um die Eurozone noch weiter zu stabilisieren.

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Die griechische Wählerschaft scheint mit den einzelnen Schritten der Regierung zur Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise wenig zufrieden zu sein. Diese Schlussfolgerung kann man aus einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Alco für die Zeitung „Proto Thema“ ziehen, die am Wochenende veröffentlicht wurde. Demnach haben 25,4 % der Befragten vor, im Falle eines Urnengangs für die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) ihre Stimme abzugeben. Für die Regierungspartei SYRIZA wollen 17,9 % der Befragten votieren. Es folgen die faschistische Chryssi Avgi (8,1 %), die kommunistische KKE (6,5 %), die Demokratische Allianz (bestehend aus PASOK und DIMAR) mit 4,3 %, die „Laiki Enotita“ des Linkspolitikers Panagiotis Lafazanis (eine Abspaltung SYRIZA) mit 3,1 % und die Zentrumsunion (3,0 %). Der Rechtspopulistische Regierungspartner ANEL (2,5 %), die ebenfalls aus SYRIZA hervorgegangene „Plefsi Eleftherias“ von Zoi Konstantopoulou (2,4 %) und die liberale „To Potami“ (2,2 %) würden die 3-Prozent-Hürde für einen Einzug ins Parlament verfehlen. Die Zahl der „unentschlossenen“ Wähler wird mit 19,6 % angegeben. 

Auf die Frage, ob sie Ministerpräsident Alexis Tsipras ihr Vertrauen schenken, antworteten 75 % der Befragten mit „Nein“, 17 % mit „Ja“ – und 8 % wussten darauf keine Antwort. Weiterhin setzen sich 30 % der Befragten für die Bildung einer neuen Regierung durch das bestehende Parlament ein, 25 % würden einen neuen Urnengang bevorzugen und 17 % schenken der amtierenden Regierung ihr Vertrauen. Mehr als 9 von 10 Griechen (92 %) vertreten die Ansicht, dass es nicht richtig sei, wenn Politiker Off-Shore-Unternehmen besitzen dürfen. 3 % finden dies richtig und 5 % der Befragten wollten darauf keine Antwort geben.
Zudem vertreten mehr als 8 von 10 Griechen (82 %) die Auffassung, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise durch die neuen Maßnahmen, die die Regierung verabschiedet hat, nicht bekämpft werden kann. Lediglich 10 % sind gegenteiliger Ansicht und glauben, dass Hellas auf dieser Basis aus der Krise finden könne. Die Umfrage wurde zwischen dem 30. Mai und dem 2. Juni durchgeführt.

(Griechenland Zeitung / eh, Archivfoto: Eurokinissi)

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