Griechischer Bürgerkrieg soll Schulstoff werden

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Griechischer Bürgerkrieg soll Schulstoff werden

Ein dunkles Kapitel der griechischen Geschichte, das die Gesellschaft bis heute belastet und von Tabus überschattet ist, soll nach 70 Jahren endlich in die Schulbücher aufgenommen werden: der griechische Bürgerkrieg 1946-49. Dies teilte Bildungsminister Nikos Filis am Sonntag auf einer Gedenkveranstaltung im nordgriechischen Grammos-Gebirge mit, wo die Entscheidungsschlacht in dieser äußerst brutal geführten Auseinandersetzung zwischen kommunistischen Partisanen und pro-westlichen, königstreuen und rechten Truppen geschlagen wurde. In seiner Ansprache betonte der Minister, dass es in den Schulbüchern „keine weißen Seiten“ geben dürfe und dass die Ereignisse „mit Respekt vor dem Gedenken, dem Schmerz aller Griechen“ geschildert werden müssten.

Der griechische Bürgerkrieg begann – nach einem Vorspiel ab 1944 – im März 1946 und endete mit der Niederlage der Kommunisten im August 1949. Die Auseinandersetzung wurde auf beiden Seiten mit großer Härte geführt und beide bezichtigten sich traditionell, Vaterlandsverräter und Büttel fremder Mächte – Moskaus und Londons bzw. Washingtons – gewesen zu sein. Trotz der relativ erfolgreichen Aussöhnung nach dem Ende der Militärdiktatur 1974 spielen diese Wunden in der öffentlichen Debatte in Griechenland bis heute durchaus noch eine Rolle. Eine wirkliche und vor allem öffentliche Aufarbeitung der Ereignisse steht noch aus. (Griechenland Zeitung / ak)


Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand bei einer früheren Kundgebung im Gedenken an die letzte Bürgerkriegsschlacht im August 1949 im Grammos-Gebirge.

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