Die Geschichte des Ouzo

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Die Geschichte des Ouzo

Ouzo – das sagenumwobene, griechische Getränk aus Anis ist im gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus bekannt. In Deutschland eher als Aperitif konsumiert, wird die Spirituose in Griechenland zu beinahe jeder Gelegenheit getrunken. Durch die Mischung aus Alkohol, Fenchel und Anis erlangt der Schnaps seinen einzigartigen Geschmack. Ob pur, mit Wasser oder als Cocktail – Ouzo ist ein wahrer Allrounder.

Der geheimnisvolle Ouzo

Die genaue Herkunft des Ouzo ist im Laufe der Geschichte verloren gegangen. Leider existiert kein wissenschaftlich fundierter Beleg für die Entstehungsgeschichte – dafür aber jede Menge Legenden, die sich um das heute sehr beliebte Getränk ranken.

1.    Bis ins Mittelalter war der Ouzo gänzlich unbekannt. Erst durch die Perfektionierung des Kupferbleches konnte man mit der Massenproduktion solcher Spirituosen beginnen. Die Vorstufe des heutigen Ouzo war im Osmanischen Reich als Raki bekannt. Durch die Abänderungen des Destillats im 15. Jahrhundert entstand der erste Ouzo. Es wird aber auch gesagt, dass im 19. Jahrhundert durch Engpässe in verschiedenen Brauereien in Konstantinopel oder Lesbos reiner Kornalkohol mit aromatisiertem Wasser gestreckt wurde und dadurch eine Art Pseudo-Raki entstand.
2.    Eine weitere Variante besagt, dass die Geschichte des Ouzo im 17. Jahrhundert begann, als christliche Mönche während der Kreuzzüge auch Griechenland durchquerten und dort die Kunst der Destillation erlernten. Daraufhin erzeugten sie aus Wein eine stärkere Variante – den Ouzo.
3.    Laut einer anderen Legende entstand der Ouzo ursprünglich aus Tsipouro – ebenfalls eine traditionell griechische Spirituose, die sehr oft auch Raki genannt wird. Bereits im 15. Jahrhundert brannte die griechische und türkische Bevölkerung Kleinasiens dieses Getränk.
Leider gibt es für keine der Erzählungen einen wirklichen Beleg. Da die Geschichte aber beweist, dass die Griechen durch diverse Angriffe und Kriege häufig mit der türkischen Kultur in Kontakt kamen, könnte die Entstehung des Ouzo durchaus durch die resultierenden Einflüsse so abgelaufen sein. Da der traditionelle Ouzo auch heute noch in Kupferkesseln hergestellt wird, erscheint auch diese Variante möglich.

Der Herstellungsvorgang

Die Bezeichnung Ouzo ist durch die Europäische Spirituosenverordnung geschützt, da es sich um eine besondere Spirituose mit Anis handelt. Das Getränk unterliegt daher verschiedenen Auflagen:
•    darf nur in Griechenland und auf Zypern destilliert und hergestellt werden
•    hat einen Mindestalkoholgehalt von 37,5% Volumen
•    muss farblos sein
•    darf einen Zuckergehalt von bis zu 50g/l haben.

Zunächst einmal wird Ouzo aus reinem Alkohol hergestellt. Dieser durchläuft dann drei verschiedene Stadien bis zur Vollendung:
•    Vorlauf
•    Herzstück (Mittellauf)
•    Nachlauf

Üblicherweise wird nur der Mittellauf verwendet, da dieser ein mildes Aroma hat und für den Konsum besser geeignet ist. Vor- und Nachlauf werden während des Prozesses abgetrennt und der Mittellauf mit diversen Kräutern verfeinert:
•    Anissamen
•    Fenchel
•    Zimt
•    Ingwer
•    Kamille
•    Koriander
•    Angelikawurzel
•    Zuckerrohrwurzel

Erst danach erfolgt eine zweite Destillation. Hochwertiger Ouzo wird mehrmals gebrannt und im Anschluss mehrere Jahre lang gelagert. Eine richtig gute Qualität erreicht die Spirituose auch erst ab zwei Brennvorgängen. Doch auch die entstandenen Flüssigkeiten von Vor- und Nachlauf werden nochmal aufbereitet und zu einer billigen Variante des Ouzo verarbeitet. Das Herzstück wird dann noch mit enthärtetem Wasser und Zuckersirup auf den passenden Alkoholgehalt abgestimmt.

Je länger die Destillation dauert, desto besser wird der Ouzo. Ein sehr hochwertiger Ouzo wird beispielsweise neun Stunden destilliert. Die Qualität ist außerdem von der Qualität und Menge der Gewürze abhängig. Nur hochwertige Produkte werden verwendet.

Ouzo in den eigenen vier Wänden herstellen

Die Herstellung Zuhause ist an sich recht simpel. Man benötigt
•    eine Flasche Korn (ungefähr 700ml),
•    ca. 60 Gramm weißen Kandis,
•    und sechs Tropfen Anisöl

Dann füllt man die Flasche Korn in eine hübsche größere Flasche, gibt Kandis und Anis dazu und lässt das Ergebnis ungefähr eine Woche ziehen. Den Behälter sollte man täglich umrühren oder schütteln, bis sich der Kandis vollständig aufgelöst hat. Den dann fertigen Ouzo in die gesäuberte Ursprungsflasche schütten und diese kühl lagern. Fertig!

Den Ouzo richtig genießen

Beim Genuss scheiden sich die Geister. In Griechenland wird Ouzo oft mit kaltem Wasser oder mit Eiswürfeln serviert. Es ist unüblich, das Getränk im puren Zustand zu konsumieren. Stattdessen wird der Alkohol mit Wasser oder Eiswürfeln gestreckt, bis er dem eigenen Geschmack entspricht.

In Deutschland wird Ouzo gut gekühlt als Aperitif oder als Teil eines Cocktails getrunken. Wer sich zunächst einen Überblick über verschiedene Ouzo-Sorten verschaffen möchte, kann das bei Online-Shops wie Banneke.com tun. Dort findet man verschiedene Sorten in unterschiedlichen Größen.

Sehr beliebte Mixgetränke sind
•    Ouzo Blue (mit Blue Curacao und Zitronensaft)
•    Ouzo mit Sprite und Grenadine
•    Ouzo Cola

Weniger bekannt ist Ouzo mit Kaffee. Durch den heißen Kaffee erwärmt sich der Alkohol und verliert dadurch einiges an Stärke. Zwischen Mahlzeiten konsumiert, reinigt er den Gaumen auch vom Geschmack des Essens oder des Getränkes vorher.

Foto (© Jan Hübel / Griechenland Zeitung)

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