Griechischer Unternehmer mit 600 Milliarden Euro? Tagesthema

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Der Fall von Artemis Sorras, eines Unternehmers aus Patras, der seit Jahren naiven Bürgern vorgaukelt, ihre Steuerschulden seien aus seinem eigenen, angeblichen Privatvermögen von über 600 Mrd. US-Dollar abzahlbar, wurde zum Politikum.
Justizminister Stavros Kontonis leitete den Fall an den Areopag, Griechenlands höchstes Zivilgericht, weiter, nachdem sich herausstellte, dass einzelne Justizbeamte den Behauptungen von Sorras offenbar Geltung beimaßen. 
Ein Staatsanwalt in Nordgriechenland soll sogar gegen einen hochrangigen Beamten ermitteln, der den Antrag eines Bürgers zurückwies, seine Schulden an die Rentenkasse des Beamten mit Wertpapieren von Sorras zu begleichen.
Sorras und mit ihm verbundene Organisationen veröffentlichen seit Jahren im Internet Formblätter, in denen die Bürger gegenüber dem Fiskus erklären können, dass sie nicht gedenken, ihre Steuerschulden zu begleichen. 
Stattdessen wird das Finanzamt aufgefordert, diese bei einem US-amerikanischen oder kanadischen Konto einzuholen, auf welchem Sorras angeblich 600 Mrd. US-Dollar eingelegt haben soll. Auf diesen Formblättern ist auch von einem anderen Fonds über 2,3 Billionen Euro die Rede, der ebenfalls in den USA lagern soll, angeblich aus Beständen der Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), die Griechenland zustehen. 
Um jedes dieser Formblätter zu beglaubigen und an die griechischen Behörden im Namen der antragstellenden Bürger abzusenden, rechnen Sorras und seine Mitarbeiter anscheinend eine Bearbeitungsgebühr an.
 
Den gesamten Artikel von GZ-Autor Dimos Chatzichristou sowie einen Kommentar zu dem Sorras-Fall finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Griechenland Zeitung (GZ 561), die am kommenden Mittwoch, dem 11. Januar erscheint. 
 
 
Unser Archiv-Foto (© Eurokinissi) entstand bereits am 16. Dezember 2013. Geworben wird auf dem Transparent für Artemis Sorras und dessen Initiative. Der Text lautet etwa wie folgt: Sorras hat 600 Mio. Euro zu Gunsten von Hellas deponiert – die Regierung weigert sich jedoch, dieses Geld zu nutzen – und will vielmehr das Land verkaufen. Mit seiner Unterschrift kann jeder einfache Bürger dazu beitragen, dieses Unrecht zu verhindern. „Kommt, um das neue Griechenland aufzubauen!“, so der letzte Satz auf dem Schild. 
 
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