Streik auf der Insel Lesbos für bessere Lebensbedingungen der Flüchtlinge

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Streik auf der Insel Lesbos für bessere Lebensbedingungen der Flüchtlinge

Für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Flüchtlinge und Immigranten fand am Montag (20. November) auf der Insel Lesbos ein Generalstreik statt. Geschäfte und Schulen blieben geschlossen, Arbeitnehmer blieben der Arbeit fern. Um 11 Uhr fand ein Protestmarsch statt.

Die Einwohner meldeten mit diesem Streik Widerstand gegen die Pläne der Regierung an, die für Flüchtlinge eingerichteten Camps auf der Insel noch weiter auszubauen. Wie der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, mitteilte, wollen die Einwohner erreichen, dass die rund 8.500 Flüchtlinge und Immigranten, die auf der Insel interniert sind, auf das griechische Festland weiterreisen dürfen.

Auf der Insel mit rund 32.000 Einwohnern fehle es an der notwendigen Infrastruktur, um all diese Menschen unterzubringen. Die Unterbringungsbedingungen auf dem Eiland seien schlicht und einfach „elend“, so der Bürgermeister. Während einer Pressenkonferenz kritisierte er, dass man die Verantwortung auf das Nichtfunktionieren des Flüchtlingspaktes abwälze, der im März 2016 zwischen der Türkei und der Europäischen Union unterzeichnet worden ist.

Teile des Camps bei Moria sollen am Montag regelrecht im Schlamm versunken sein, viele der Flüchtlingskinder seien mit Fieber erwacht. Im vorigen Jahr waren hier drei Insassen bei einem Unwetter ums Leben gekommen. Konzipiert ist das Lager für 2.200 Menschen; etwa 7.000 sind derzeit hier untergebracht.

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Am Sonntagabend war es zu Handgreiflichkeiten im Empfangszentrum für minderjährige Flüchtlinge gekommen, die ohne Begleitung von Erwachsenen unterwegs sind. In der Einrichtung, die für 350 Menschen konzipiert ist, wurden Büros von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und der Vereinten Nationen beschädigt. Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, wurde ein starkes Polizeiaufgebot eingesetzt. Die Aktionen wurden von einem Staatsanwalt überwacht.

(Griechenland Zeitung / aa)

Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos. Das zweite Foto entstand am 8. Januar 2017 im Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos.

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