Italienisches Design mit griechischen Wurzeln

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Italienisches Design mit griechischen Wurzeln

Im Reigen internationaler Nobelmarken genießt der Name Bulgari einen hervorragenden Ruf. Er steht für hochwertigen Schmuck und erlesene Luxuswaren. Im allgemeinen gilt Bulgari als alteingesessenes italienisches Traditionshaus. Seine Ursprünge jedoch reichen zurück nach Griechenland.



Dort wurde im epirotischen Paramythiá 1857 nämlich Sotirios Voulgaris geboren, der Stammvater des Unternehmens. Als Silberschmied zog es ihn schon bald nach Korfu und schließlich nach Italien, wo er sein Glück zunächst in Neapel versuchte. Kurze Zeit später ließ er sich in Rom nieder und gründete 1884 als Sotirio Bulgari mit der Eröffnung eines Geschäfts in der Via Sistina ein eigenes Unternehmen. Bald darauf heiratete er die eigens dafür aus Griechenland gekommene, 16-jährige Eleni. Im Jahre 1905 bezog er schließlich einen Laden in der berühmten Via Condotti. Dieser sollte die Keimzelle des bis heute hier befindlichen Hauptsitzes der Firma werden. Damals traten auch seine Söhne Konstantinos (Costantino) und Georgios (Giorgio) in das Geschäft mit ein, um es zu Beginn der 1930er Jahre zu übernehmen. Ihre einvernehmliche Zusammenarbeit begründete den unaufhaltsamen Aufstieg der Marke Bulgari. Kritisch wurde die Situation für den bis dahin letztlich griechischen Familienbetrieb, als Italien 1940 den Krieg gegen Griechenland begann. Um das Unternehmen vor dem Zugriff Mussolinis zu sichern, nahm Georgios die italienische Staatsbürgerschaft an, während Konstantinos weiterhin Grieche blieb. In den darauf folgenden Jahren erwarb sich die Familie unvergessene humanitäre Verdienste, als sie in ihren Häusern nicht nur in Italien flüchtigen Griechen Unterschlupf bot – darunter dem späteren Außenminister Evangelos Averoff –, sondern auch Juden aus dem römischen Ghetto aufnahm. Heute sind die Bulgaris natürlich längst in Italien heimisch, dennoch empfinden nicht wenige der Familienmitglieder noch immer eine enge Verbundenheit mit Griechenland. Entsprechende Stiftungen in Paramythia sind dafür ein sichtbarer Ausdruck. (Text: Jens Rohmann; Foto: bulgari)

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