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Kinderhoffnung und Weihnachtslieder: Na ta poume?

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Foto © Eurokinissi Foto © Eurokinissi

Noch heute gibt es Kinder, die in Grüppchen am Vorabend des Weihnachtfestes, am 24. Dezember, von Tür zu Tür ziehen und fragen: „Na ta poume“? Dürfen wir sie singen? Gemeint sind die Kalanda, die griechischen Weihnachtslieder, Vorboten der Christi Geburt.

Mit einer Triangel und einem Körbchen oder einer Tüte in der Hand singen sie: „Kalin esperan Archontes ...“ – „Guten Abend, Ihr Herrschaften, wir möchten Euch die göttliche Geburt Christi verkünden, die geschah heute in der Stadt Betlehem in einer Futterkrippe. Die Himmel jubilieren, und die ganze Schöpfung freut sich, die Engel singen‚ gepriesen sei Gott in der Höhe‘, und die Hirten machen sich auf, um das Christuskind anzubeten ... Macht nun eure Schatzkisten auf, gebt den Armen etwas von Eurem reichgedeckten Tisch und uns etwas für unsere Mühe, und Christus wird es Euch vergelten!“ Neben der Tüte, die, wie die Kinder hoffen, gefüllt nach Hause gebracht werden kann, trugen sie früher, aber auch heute oft oder wieder, vor allem auf den griechischen Inseln, ein reichgeschmücktes, selbstgebasteltes Schiffchen, voller Symbolik. Das Meer ist für dieses Land die Lunge, durch die es atmet, aber auch voller Gefahren für die Seeleute, die es durchfurchen, um das Lebensnotwendige nach Hause zu bringen. Ja sogar zu Weihnachten bleiben sie fort, und die Familie, vor allem die Kinder sind voller Sehnsucht nach der Rückkehr des Vaters. Zum Trost bauen sie deswegen ein Schiff aus Holzresten und schmücken es mit Muscheln und allerlei Kleinigkeiten, die sie vorher gesammelt haben. Das Schiffchen ist vom Heiligen Nikolaos, dem Beschützer des Meeres und der Seeleute, am 6. Dezember geweiht, und der möchte dafür sorgen, dass der Vater bald zu Hause ist. Welcher Heilige könnte gegenüber diesem Wunsch gleichgültig bleiben! Und da das Schiffchen alle Inselbewohner betrifft, nehmen sie es mit beim Singen der Kalanda. Die Sitte hat Verbreitung in ganz Griechenland gefunden, denn alle Griechen haben irgendwie mit der See zu tun. Das Schiffchen aber wurde inzwischen vom westlichen Tannenbaum verdrängt, ohne dass dieser freilich auch den Grund seines Schmückens hat beseitigen können. Also auch aufs nächste Jahr! „Kai tou chronou“! (Griechenland Zeitung / Niki Eideneier)

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