Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens – Meteora

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Foto © Griechenland Zeitung / Rebecca Hürter Foto © Griechenland Zeitung / Rebecca Hürter

Höher konnten sie zu Gott nicht steigen. Die steilsten Felsnadeln wählten die Erbauer, um auf deren Spitze ihre Klöster unmittelbar dem Himmel zu unterstellen. Auch wenn an einigen Plätzen noch immer Leitern an den Wänden kleben, die zu verlassenen Einsiedeleien führen, so fragt man sich bis heute, wie manche Gipfel wohl zuerst erreicht worden sind und auf welche Weise man die vielen benötigten Materialien zum Bau heraufgeschafft hat.

Es kann nicht anders als gefährlich gewesen sein. So groß war der Drang, Gott nahe zu sein und der Welt zu entrinnen, daß sie es riskierten. Sie kletterten immer höher, die Eremiten, um den Lockungen des Teufels zu entgehen, als ob man sein eigenes Haupt bezwingen könnte, um auf der Schädeldecke sitzend die darunter lauernden ärgsten Versuchungen hinter sich zu lassen. Wie kleine Kronen sitzen die Klöster auf den Köpfen der Felsen. Kein Unwetter hat sie ins Rutschen gebracht und kein Krieg sie im Grunde zerstört. Verlassen wurden nur manche, so daß sie zerfielen. Die Anziehungskraft dieser extremen Lebensweise schwankte. Sechs Klöster sind übrig, von wenigen Mönchen und Nonnen bewohnt.

Meteora Apoll 300

Auszug und Federzeichnung aus dem Buch „Apoll an der Hand - Streifzüge durch Griechenland“

Wer sich von Apoll an die Hand nehmen lassen möchte, um kreuz und quer durch Griechenland zu streifen, hat keinen gewöhnlichen Reisebegleiter gewählt. Ihm werden sich gerade abseits gängiger Pfade auch unerwartete Eindrücke mit tiefem Symbolgehalt eröffnen. Also kein üblicher Reiseführer, eher ein Leitfaden für Leute, die heute noch Apolls Heimat mit der Seele suchen. In der Kombination von Essays und Lyrik versucht der Autor eine doppelte Annäherung an Landschaft, Mythen, Kunst und Geschichte des Landes bis hin zur aktuellen politischen Lage. Der originelle Blick eines grafischen Künstlers fügt weitere Perspektiven hinzu.

Martin Roemer sucht in Hellas das griechische Licht. Er sucht die Wahrheit über das Leben, über sich selbst, über den Sinn des irdischen Daseins. Er sucht nach der Quelle der Kultur, der Philosophie, der Kunst, der Freiheit, der Demokratie, der Würde des Menschen. Seine Reise quer durch Griechenland ist ein herrliches Abenteuer durch die Zeit und die Landschaft, die das griechische Wunder vollbrachten.

cover apoll 300

 

 

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