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Gedenkstätte im nordgriechischen Kerdyllia für Opfer des Zweiten Weltkriegs

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Foto (© dimos_amfipolis) Foto (© dimos_amfipolis)

In der Gemeinde Amphipolis an der Nordküste Griechenlands und etwa 50 Kilometer Luftlinie östlich von Thessaloniki, wurde vor wenigen Tagen eine Gedenkstätte im Dorf  Kerdyllia eröffnet. Sie soll an die Opfer des ersten, dokumentierten Massakers an Zivilisten in Nordgriechenland durch deutsche Besatzungstruppen während des Zweiten Weltkriegs erinnern. Bei der Eröffnungszeremonie waren u. a. Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik sowie des Militärs anwesend. Offiziell trägt die neue Stätte den Namen „Ausstellungsräume zum kulturellen und ethnografischen Erbe“.

Jedes Jahr am 17. Oktober gedenkt man des Massakers im Jahre 1941. Die Besatzer wählten damals als „Sühnemaßnahme“ für Angriffe von Partisanenverbänden („Odysseas Androutsos“, „Athanassiso Diakos“) gegen deutsche Einrichtungen in den Dörfern Ano und Kato Kerdyllia 222 Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren aus und exekutierten sie vor den Augen ihrer Landsleute. Anschließend setzten sie die Dörfer in Brand. Auf diesen barbarischen Akt folgten, so die Agentur ANA-MPA, weitere Angriffe gegen Orte im Gebiet von Nigrita, verbunden mit Verhaftungen und Brandschatzungen.

Seit 1978 erhebt sich am Ort des Massakers ein großes Marmorkreuz zur Erinnerung an dieses Verbrechen. Die Morde an der Zivilbevölkerung wurden 1998 offiziell vom griechischen Staat anerkannt (Präsidialdekret 399/1998), und Kerdyllia gehört seitdem zum Netz der Märtyrertorte in Griechenland.

(Griechenland Zeitung / lmf)

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