Griechenland erlebt eine Mini-Kältewelle: Schulen bleiben geschlossen, Schneefall und stürmische Winde bringen Verkehrsbehinderungen und Sachschäden mit sich. Besonders betroffen sind Nord- und Mittelgriechenland sowie einige Ägäis-Inseln. Behörden warnen vor Gefahren für Schüler, Verkehrsteilnehmer und hilfsbedürftige Menschen.
Das insgesamt eher gering auf Winter eingestellte Griechenland ist von einer kleinen Kältewelle erfasst worden. In zahlreichen Regionen bleiben am Montag (12.1.) die Schulen geschlossen. Besonders betroffen sind Teile Nord- und Mittelgriechenlands, aber auch die Insel Andros.
Die Schulschließungen haben unterschiedliche Gründe: In einigen Gebieten gelten die Wegbedingungen für Schülerinnen und Schüler als unsicher, andernorts fehlt es an funktionsfähigen Heizsystemen in den Schulgebäuden. Die Behörden ordneten deshalb unterrichtsfreie Tage an.
In den Hochlagen ist für Pkw ohne Winterreifen das Anlegen von Schneeketten verpflichtend. In Athen haben die Behörden angesichts der niedrigen Temperaturen Alarmbereitschaft ausgerufen, um insbesondere Obdachlose und andere hilfsbedürftige Menschen vor der Kälte zu schützen. In der griechischen Hauptstadt ist am Dienstagmorgen mit Werten um die Null Grad zu rechnen. Schnee wird jedoch lediglich auf dem Parnitha-Gebirge erwartet, das sich etwa 20 Kilometer nördlich vom Athener Zentrum ausbreitet.
Schneefälle werden auch auf Inseln der nördlichen Ägäis erwartet. Das betrifft etwa Thassos, Samothraki, Limnos, Lesbos sowie Skyros und Teile Euböas. Medienberichten zufolge lag am Wochenende etwa auch am Strand von Kavala im Norden des Landes Schnee. Mit Schneekappen verziert zeigen sich etwa auch die hohen Berge der Peloponnes. Aufgrund von Schneefällen musste dort etwa kurzzeitig der Straßenverkehr zwischen Tripolis und Vytina umgeleitet werden. Am kältesten war es bisher in der nordgriechischen Gegend Nymfäo: Dort zeigte das Thermometer Minus 13 Grad.
Die Besitzer von Skipisten wiederum können aufatmen: Sämtliche Skigebiete, die wegen Schneemangels schließen mussten, sind wieder geöffnet: Dazu zählt etwa das nordgriechische Vasilitsa im Pindos-Gebirge.
In anderen Landesteilen ereigneten sich am Wochenende starke Winde und Regenfälle. In Kastoria etwa sind Flüsse stark über die Ufer getreten. Der staatliche Fernsehsender ERT zeigte Bilder, auf denen Pferde von einer Farm in dieser Gegend evakuiert werden mussten. Am Hafen von Messolongi wiederum richteten stürmische Winde erhebliche Sachschäden vor allem an Geschäften und Spielplätze an. In Alexandroupolis traten orkanartige Böen auf, die Geschwindigkeiten von bis zu 154 Kilometern pro Stunde erreichten. Es kam zu Schäden am lokalen Campingplatz sowie an Geschäften durch umgestürzte Bäume. Auf dem dortigen Flughafen wurden der Nachrichtenagentur APE-MPE zufolge drei Ausbildungsflugzeuge beschädigt; der normale Flugverkehr sei jedoch von den Wetterbedingungen nicht beeinträchtigt worden. Im Hafen von Tinos kam es infolge starken Wellengangs zu Schäden an mehreren Pkw, die im Wasser trieben. Die Wellen erreichten dort Höhen von bis zu drei Metern. In Patras auf der Peloponnes musste am Samstag aufgrund stürmischer Winde die Brücke zwischen Rion und Antirrion für den Verkehr gesperrt werden.
Am Montag wurde außerdem der Schiffsverkehr zwischen Volos und den Inseln der Sporaden durch stürmische Winde beeinträchtigt, die auf dem offenen Meer eine Stärke von bis zu acht erreichen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)