Des Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Truppen gedachte man auch in diesem Jahr in Griechenland: Es ist der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Während der dreieinhalbjährigen Besatzungszeit Griechenlands durch deutsche Truppen wurden zahllose Zivilisten ermordet, darunter rund 60.000 griechische Juden.
Angesichts der Ereignisse von damals erklärte die Ministerin für Bildung, Religion und Sport Sofia Zacharaki in einer offiziellen Mitteilung, dass dieser Tag dazu aufrufe, dass Gleichgültigkeit und Schweigen den Weg für Gewalt ebnen könnten und dass die Erinnerung nicht durch angenehme Erzählungen bewahrt würden, sondern durch eine ehrliche Auseinandersetzung mit der historischen Wahrheit. Das Bildungsministerium, so heißt es weiter, setzte daher in erster Linie auf Aufklärung und Prävention.
Zu Wort meldete sich auch der Vorsitzende des Linksbündnisses SYRIZA, Sokratis Famellos. Er erklärte in den Sozialen Medien: „Nie wieder!“ Dies beziehe sich nicht nur auf die Vergangenheit, sondern sei ein moralisches und politisches Gebot für die Gegenwart. Ihr gegenüber dürfe die Erinnerung nicht steril sein, heißt es weiter. Erinnern sei ein Akt der Verantwortung, der Wachsamkeit und des Widerstandes, so der Linkspolitiker.
Giota Poulou, Mitglied der Kinima Dimokratias (Bewegung der Demokratie) und Abgeordnete des Hellenischen Parlaments unterstrich in einer Mitteilung: Die Bewahrung der Erinnerung sei nicht nur eine Pflicht, sondern eine politische und institutionelle Verpflichtung gegenüber der Demokratie und der Menschenrechte. Als Demokratiebewegung strebe man danach, den Schutz von Minderheiten, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die praktische Verteidigung der Gleichheit aller sicher zu stellen, so die Abgeordnete.
(Griechenland Zeitung/ gc)