Heute erreichte uns eine interessante Zuschrift eines GZ-Lesers – Siegfried Mühlbauer. Und sie führt uns mitten hinein in eine Frage, die eigentlich längst geklärt schien: Wann ist eigentlich Frühling?
Am Freitag (20.03) jedenfalls, so viel ist sicher, war „astronomischer Frühlingsanfang, da Tag und Nacht gleich lang sind“. Könnte man meinen – logisch, nachvollziehbar, sauber.
Aber dann kommt die andere Variante ins Spiel. Für die Griechen, so Mühlbauer, sei das alles „nicht so einfach“. Sie richten sich erstens danach, dass „der Frühlingsbeginn beim Konzil von Nicäa 325 n. Chr. auf den 21. März festgelegt wurde“. Und dann auch noch nach dem Julianischen Kalender – der, man ahnt es fast, mal eben um 13 Tage nachgeht. Ergebnis: Frühling in Griechenland ist erst am 3. April.
Und Ostern? Auch kein Selbstläufer. Der erste Frühlingsvollmond sei am 2. April – „aber nicht für die Griechen“, schreibt Mühlbauer trocken. Denn die Orthodoxen halten sich lieber an den Mondkalender von Meton, der inzwischen ein bisschen nachgehe. Deshalb „erblicken“ sie den Vollmond erst am 7. April – und feiern Ostern folgerichtig am 12. April.
Man sieht: Zwischen antiken Astronomen und kirchlichen Beschlüssen kann einem schon mal schwindelig werden.
Wir in der Redaktion haben eine klare Richtlinie: Wir halten uns einfach an den Termin, an dem im orthodoxen Griechenland gefeiert wird. Also am 12. April. Dann wird gegessen, getanzt und gesungen was das Zeug hält. Alles andere wäre eine Sünde! Schön wäre es natürlich auch, wenn sich die Ost- und die Westkirche endlich mal auf einen gemeinsamen Termin einigen könnte.
Lucie Schmidt/ Elisa Warwas